Fans von Galatasaray Istanbul verlassen das Stadion nach der Spielabsage. © Oktay Cilesiz/Anadolu Agency/Getty Images

Die angespannte Sicherheitslage in der Türkei nach dem erneuten Anschlag in Istanbul hat auch Auswirkungen auf den Spitzenfußball des Landes. Das für Sonntagabend angesetzte Lokalderby zwischen Galatasaray – dem Club des deutschen Nationalspielers Lukas Podolski – und Fenerbahçe Istanbul wurde wenige Stunden vor dem Anpfiff abgesagt, wie der Sender CNN Türk berichtete. Er zitierte das Büro des Gouverneurs der Metropole mit den Worten, es gebe "ernstzunehmende Hinweise" des Geheimdienstes auf eine mögliche Sicherheitsbedrohung.

Bei einem Selbstmordanschlag am Samstag waren in Istanbul vier Menschen und der Attentäter gestorben. Die türkische Regierung verbot daraufhin in mehreren Städten geplante Feiern zum kurdischen Neujahrsfest Newroz. Zudem wurden landesweit die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Die Türkei bezichtigt die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) der Tat.

Der Anschlag ist der vierte seiner Art in der Türkei seit Jahresbeginn. Vor einer Woche waren bei einem Attentat in Ankara 37 Menschen getötet worden. Im Februar starben bei einem ähnlichen Anschlag 29 Menschen – ebenfalls in der Hauptstadt. Kurdische Extremisten haben sich zu beiden Angriffen bekannt. Im Januar hatte ein Selbstmordattentäter zehn Menschen in Istanbul getötet, die meisten von ihnen Deutsche. Für diese Tat macht die Regierung den IS verantwortlich.