Die Staatsanwaltschaft hat erste Anklagen wegen sexueller Nötigung in der Kölner Silvesternacht erhoben. Beschuldigt wird ein 26-jähriger Algerier, sagte ein Sprecher des Kölner Amtsgerichts. Er soll in der Silvesternacht eine Frau zusammen mit knapp zehn anderen Männern umringt und sie dabei an Hintern und Hüfte angefasst haben. Dem Mann wird zudem vorgeworfen, der Frau das Handy aus ihrer Handtasche gestohlen zu haben.

Auch der 23-jährige Bruder des Algeriers wurde angeklagt. Er soll ebenfalls mit einer Gruppe Männer eine andere Frau umzingelt und ihr dabei das Telefon entwendet haben. Ihm wird aber keine sexuelle Nötigung vorgeworfen. Die Verhandlungstermine für beide Fälle stehen noch nicht fest.

In der Silvesternacht hatten Gruppen von Männern am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche sexuelle Übergriffe auf Frauen sowie Diebstähle und Raubdelikte verübt. Die Polizei hatte die Verbrechen überwiegend nordafrikanischen Tätern zugeschrieben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zahlreiche Beschuldigte.

Im Februar waren in den ersten beiden Prozessen wegen Straftaten in der Silvesternacht zwei nordafrikanische Asylbewerber zu Bewährungsstrafen verurteilt sowie ein weiterer Angeklagter nach Jugendstrafrecht unter Bewährung gestellt worden. Die nach eigenen Angaben aus Marokko und Tunesien stammenden Männer hatten den Diebstahl eines Handys beziehungsweise einer Tasche mit einer Fotokamera gestanden.