Uli Hoeneß im November 2012 in der Münchner Arena © Tobias Hase/dpa

Uli Hoeneß will zwei Tage nach seiner Entlassung aus der Haft wieder ein Bundesliga-Spiel des FC Bayern München besuchen. "Ich werde als freier Mann, als Privatmensch, ins Stadion gehen. Bisher war mir das ja verboten", sagte der ehemalige Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters der Bild-Zeitung. Bisher, stellte der 64-Jährige fest, habe er nur zum Basketball gehen dürfen, "da auch nur in eine der hinteren Reihen. Ich freue mich sehr, mal wieder ein Spiel live zu sehen".

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März 2014 wegen der Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat er seine Strafe im Gefängnis von Landsberg am Lech an. Bereits Anfang 2015 wurde er Freigänger bis zur Entlassung auf Bewährung am Montag.

"Grundsätzlich geht es mir gut. Ich muss jetzt erst einmal den Kopf freikriegen", sagte Hoeneß. Man könne sich nicht vorstellen, "was die letzten Jahre für eine Belastung für den Kopf waren – nicht nur im Gefängnis, auch die Zeit davor".

Rothenfeld - Hoeneß aus Haft entlassen Nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung wurde der ehemalige Präsident des FC Bayern München vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu sehen bekamen ihn die wartenden Journalisten jedoch nicht.

Rückkehr an die Vereinsspitze?

Über seine Zukunftspläne sagte Hoeneß nicht viel. "Das ist alles nicht so einfach zu vergessen. Das ist nicht so einfach zu verarbeiten", sagte der frühere Fußball-Nationalspieler. Er wolle jetzt erst einmal seine Ruhe. "Ohne Fotografen vorm Haus. Ohne immer in Sorge zu sein, dass hinterm Baum Fotografen lauern, wenn ich mit meiner Frau spazieren gehe."

Hoeneß stellte fest: "Ich bin in keinem Amt beim FC Bayern mehr. Ich bin nicht Präsident, ich bin gar nichts." Hoeneß will offenbar nach einem längeren Familienurlaub im Sommer endgültig darüber entscheiden, ob er im November wieder als Bayern-Präsident kandidiert.

Zumindest Oliver Bierhoff hofft auf eine Rückkehr des ehemaligen Bayern-Präsidenten in eine leitende Funktion. "Bei jedem Zoff, den man mit ihm haben kann, merkt man, dass es ihm um den Fußball geht. Er lebt für den Fußball. Und auch wenn er natürlich in erster Linie die Interessen der Bayern vertritt, denkt er trotzdem auch an das Große", sagte der Nationalmannschaftsmanager am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Mainz. "Insofern würde ich mir wünschen – weil er einfach eine Stimme hat, weil er eine Meinung hat und Dinge vorantreibt –, dass er im deutschen Fußball weiterhin eine wichtige Rolle spielt."