Im Juli 2015 wurde dieses Wohnhaus in Duma mit Brandsätzen attackiert. © Atef Safadi/dpa

Knapp acht Monate nach einem tödlichen Brandanschlag auf ein Wohnhaus von Palästinensern im Dorf Duma im Westjordanland legten Unbekannte ein weiteres Feuer. Das teilte die israelische Polizei mit. Ziel war am frühen Morgen ein Verwandter der damaligen Opfer, der im Prozess gegen die mutmaßlichen Täter von damals als Zeuge aussagt.

Ende Juli hatten Extremisten mit Brandsätzen einen 18 Monate alten palästinensischen Jungen getötet. Seine Eltern starben später an ihren Verletzungen. Nur der vierjährige Bruder des getöteten Jungen überlebte. Fünf Monate später wurden mehrere jüdische Siedler als mutmaßliche Täter angeklagt. Die Angreifer hatten Sprüche wie "Lang lebe der Messias" oder "Rache" auf Hebräisch auf Wände geschmiert und waren entkommen. Der Anschlag löste internationales Entsetzen aus.

Bei dem erneuten Anschlag schmissen Angreifer nun das Schlafzimmerfenster der betroffenen Familie ein und setzten das Haus in Brand. Der Vater blieb unverletzt, seine Frau erlitt eine Rauchvergiftung. Wie die israelische Zeitung Haaretz berichtet, liegt das Haus nur wenige Meter entfernt vom Anschlagsort im Juli.

Jüdische Extremisten greifen seit Jahren immer wieder palästinensische Häuser und Moscheen an, ebenso wie Kirchen und sogar israelische Militärstützpunkte. Die Täter verstehen dies als Widerstand gegen eine angeblich zu palästinenserfreundliche Politik der israelischen Regierung. Dass der Angriff von Duma lange nicht geklärt wurde, hatte die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern weiter geschürt.