Das Vorgehen der Täter ähnelt dem in dem Hacker-Film Who am I: Aus den Druckern quellen massenhaft Blätter mit einer Botschaft – den Papierfluss zu stoppen, ist unmöglich. Die Universität Hamburg und andere deutsche Hochschulen wurden am Mittwoch real Opfer eines solchen Angriffs. Nur machten die Hacker nicht auf Lücken im Sicherheitssystem aufmerksam, sondern verbreiteten antisemitische und rassistische Hetze.  

An der Universität Tübingen waren die Mitarbeiter nach Angaben eines Sprechers völlig irritiert, berichtet das Hamburger Abendblatt. Etwa 190 Ausdrucke sollen dort die Geräte gedruckt haben. Auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bestätigte einen ähnlichen Vorfall. Die Hochschulen sensibilisierten ihre Mitarbeiter in Rundmails, mögliche weitere Ausdrucke zu melden. Die IT-Abteilungen suchen nach den Ursachen und nach Möglichkeiten der Abwehr. Zudem wurde die Polizei verständigt.  

Das Tatmuster ist nicht neu. In den USA hatte es eine Reihe ähnlicher Vorfälle gegeben. Dort quollen an Hochschulen, darunter der Princeton University, ebenfalls rassistische und antisemitische Botschaften aus den Druckern. Sie waren mit Hakenkreuzen versehen und riefen zum Besuch von Nazi-Websites auf. Der dafür verantwortliche Hacker hatte laut Medienberichten 2010 eine Sicherheitsschwachstelle des Telekommunikationsanbieters AT&T ausgenutzt. Jüngst gab der Hacker Weev an, für die freie Meinungsäußerung zu kämpfen. Jedoch outete er sich in einem Artikel auf einer der beworbenen rechtsextremistischen Websites als Kritiker des Judentums und der Einwanderung.