Ein erklärter Atheist ist in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka auf offener Straße ermordet worden. Nazimuddin Samad wurde laut Polizei von mehreren Tätern vor der Universität attackiert. Sie sollen ihn mit einer Machete zu Boden geschlagen und dann auf ihn geschossen haben.

Laut Medienberichten riefen die Angreifer "Allahu Akbar". Zu der Tat bekannte sich niemand, die Polizei geht von einer gezielten Tötung aus. Samad bezeichnete sich selbst stets als nicht religiös. Der Student hatte 2013 an Protesten gegen islamistische Religionsvertreter in Bangladesch teilgenommen und sich erst jüngst auf seiner Facebook-Seite gegen Fundamentalismus im Islam ausgesprochen.

Mehr als 1000 Studenten blockierten nach dem Mord eine belebte Straße in Dhaka und forderten, dass die Täter gefasst und verurteilt werden. In den vergangenen 15 Monaten wurden in Bangladesch bereits sechs säkulare Aktivisten getötet. Zudem gab es eine Serie von Anschlägen auf Christen, Schiiten und Hindus. Kritiker werfen der Regierung des Landes vor, nicht entschieden gegen gewaltbereite Muslime vorzugehen.

Rund 90 Prozent der 160 Millionen Einwohner von Bangladesch sind Muslime. Davon gehört ein Großteil der sunnitischen Glaubensrichtung an. Der Islam ist Staatsreligion.