Die Polizei hat einen Mann aus Syrien wegen des Brandes in einer Bingener Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Der 26-Jährige gestand, am Donnerstag im Keller des Hauses in Bingen-Sponsheim (Rheinland-Pfalz) das Feuer entzündet zu haben, wie das Mainzer Polizeipräsidium mitteilte. Er hatte demnach außerdem das Gebäude mit Hakenkreuzen beschmiert, um von der Urheberschaft der Tat abzulenken.

Als Motiv gab der am späten Samstagabend festgenommene Syrer die beengten Wohnverhältnisse in der Unterkunft sowie die fehlende Zukunftsperspektive an. Er habe auf die Gesamtsituation aufmerksam machen wollen, dabei aber die Dimension des Brandes unterschätzt. Nach Polizeiangaben wohnte der Syrer etwa seit einem halben Jahr in der Unterkunft.

Der Mann stritt im Verhör die Tat zunächst ab, gestand sie dann aber. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er einer Ermittlungsrichterin vorgeführt. Das Amtsgericht erließ Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung. Der Tatverdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Nach Angaben der Polizei erlitten sechs Menschen leichte Rauchgasverletzungen, das Haus wurde vorübergehend geräumt. In dem Mehrfamilienhaus wohnten neben Deutschen und Saisonarbeitern auch Flüchtlinge. Der Vorfall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte den Brandort in Bingen besucht.