Wie denken Syrer, die bereits in zweiter Generation in Deutschland leben, über die vielen neuen Flüchtlinge? Antworten auf diese Frage gibt eine Studie der Universität Münster, für die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid rund 500 syrischstämmige Menschen in der Bundesrepublik befragt hat. So herrschen zwar insgesamt Offenheit und Solidarität gegenüber den Neuankömmlingen. Allerdings spricht sich die Hälfte der Befragten auch für eine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage aus.

Diesen Wunsch teilen sie mit vielen in der Mehrheitsgesellschaft, genauso wie die Sorge, dass unter den Ankommenden auch Terroristen sind. Rund die Hälfte der Befragten fragt sich das. Knapp drei Viertel von ihnen sind davon überzeugt, dass die meisten geflüchteten Syrer nach Kriegsende zurückkehren wollen.

Generell ist das Vertrauen in den deutschen Staat groß. Für Studienleiter Detlef Pollack ist dies "erstaunlich". So sind sich mehr als zwei Drittel der Befragten sicher, dass Deutschland es schafft, die Probleme bei der Aufnahme der vielen neuen Flüchtlinge zu bewältigen. Nur ein Drittel der Befragten befürchtet, dass sich die eigene Situation verschlechtern wird. Allerdings sind mehr als zwei Drittel der Meinung, dass die Integration nur dann gelingen kann, wenn sich in Staat und Gesellschaft viel ändert.

Die Interviewten leben durchschnittlich seit 20 Jahren in Deutschland, mindestens aber ein Jahr. 20 Prozent wurden in Deutschland geboren, die Hälfte besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Drittel die syrische, elf Prozent haben einen deutschen und einen syrischen Pass.