Das geschiedene Ehepaar, das in einem Haus im nordrhein-westfälischen Höxter mindestens zwei Menschen getötet haben soll, hat offenbar weitere Frauen misshandelt. Eine 51-Jährige aus dem Großraum Berlin ist nach eigenen Angaben von Ende 2011 bis März 2012 in dem Haus festgehalten und misshandelt worden, teilten die Ermittler mit.

Demnach hatte die Frau keine Möglichkeit zur Flucht gehabt. Nach einer "erheblichen körperlichen Auseinandersetzung" sei sie von den Beschuldigten zu einem Bahnhof gebracht und in einen Zug nach Hause gesetzt worden. Die Polizei habe sie aus Angst vor angedrohter Gewalt nicht eingeschaltet, bis die Taten nun bekannt geworden waren.

Dem Paar wird vorgeworfen, in dem früheren Bauernhaus über Jahre hinweg Frauen festgehalten und gequält zu haben. Mindestens zwei Frauen aus Niedersachsen starben. Die Ermittler vermuten sadistische Machtspiele als Motiv.

Dem beschuldigten Paar ging es bei der Misshandlung nach Überzeugung der Ermittler nicht um sexuelle Motive, sondern darum, Macht auszuüben, hatte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer gesagt. Die Opfer hätten mit dem Paar im Prinzip gemeinsam im Haus gelebt. Es habe keinen separaten Raum gegeben. Wenn die Frauen aber "aufsässig" geworden seien, seien sie etwa an Heizkörper oder in der Badewanne gefesselt worden – oft die ganze Nacht.

Die Erkenntnisse der Ermittler stützen sich auch auf ein umfassendes Geständnis der beschuldigten Frau. Der Tatverdächtige habe die Taten abgestritten und alles auf seine Ex-Frau geschoben. Allerdings soll diese ihm hörig gewesen sein. Auch sie soll von dem 46-Jährigen massiv misshandelt worden sein.

Auf dem Grundstück wird noch immer nach Spuren gesucht. Am Mittwoch räumten Polizisten das Haus leer. Die Spurensicherung könnte nach Angaben der Ermittler bis zu 15 Tage oder noch länger dauern.