Etwa jedes siebte Kind in Deutschland ist von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Das hat eine Datenauswertung der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann ergeben, die sie anlässlich des Internationalen Kindertags am 1. Juni präsentierte.

Im vergangenen Jahr waren ihren Angaben zufolge im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen – etwa 30.000 mehr als im Vorjahr. Die Daten stammen von der Bundesagentur für Arbeit.

In einzelnen Regionen ist die Lage deutlich schlechter. In Bremen und Berlin ist laut Stand Ende 2015 fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz-IV-Leistungen abhängig. In Sachsen-Anhalt ist es rund ein Fünftel. Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent.

Insgesamt sind in Ostdeutschland 20 Prozent der unter 15-Jährigen auf Hartz IV angewiesen, in Westdeutschland 13 Prozent. Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gab es mit 2,1 Prozentpunkten in Bremen, den deutlichsten Rückgang mit minus 0,7 Prozentpunkten in Brandenburg und Sachsen.

Zimmermann fordert höhere Regelsätze für Kinder

Genau betrachtet gehe es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkung auf die Kinder, sagte Zimmermann. "In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider", sagte die Politikerin. Der Koalition warf die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion vor, zu wenig gegen das seit Jahren bekannte Problem zu tun. So müssten die Regelsätze für Kinder erhöht werden.