Durch einen Blitzeinschlag während eines Jugend-Fußballspiels in Rheinland-Pfalz sind 33 Menschen teils schwer verletzt worden, darunter 29 Kinder. Bei dem am stärksten verletzten Mann handele es sich laut Polizeiangaben nicht - wie zunächst angenommen - um den Schiedsrichter des E-Jugend-Spiels, sondern um einen 45-jährigen Betreuer. Er musste nach einem Herzkreislauf-Stillstand reanimiert werden. Der Schiedsrichter kam mit leichten Verletzungen davon.

Von allen Kindern und Erwachsenen seien noch vor Ort Elektrokardiogramme geschrieben worden, um die Herzfunktionen zu überprüfen, sagte ein Polizeisprecher. Bei den Kindern im Alter von neun bis elf Jahren und zwei Elternteilen seien die Ergebnisse auffällig gewesen. Sie wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht und gelten als leicht verletzt. Zwei Notarzt- und fünf Rettungswagen sowie alle Freiwilligen Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz.

Das Spiel war zum Zeitpunkt des Blitzschlags gerade beendet. "Es gab Zeugen zufolge keinen Regen und keinen dunklen Himmel", sagte der Polizeisprecher. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, zur Zeit des Unglücks seien zwar drei Gewitterzellen in der Region zu beobachten gewesen. Allerdings hätten diese den betreffenden Landkreis nur am äußeren Rand gestreift.

Zuvor waren während Unwettern in mehreren Bundesländern Starkregen und Hagelmassen niedergegangen. In Rheinland-Pfalz war nach einem Erdrutsch ein Zug entgleist, verletzt wurde niemand. Vielerorts waren am Samstag Straßen gesperrt, Keller voller Wasser oder Weinberge entlaubt. Am Frankfurter Flughafen kam es zu Flugausfällen und Verspätungen, im sächsischen Brand-Erbisdorf setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand. Regenmassen machten unter anderem Straßen bei Heidenheim in Baden-Württemberg unpassierbar. In der bayerischen Gemeinde Tuntenhausen kamen Hagelkörner von bis zu drei Zentimetern Durchmesser vom Himmel.

Die Meteorologen rechnen auch am heutigen Sonntag mit kräftigen Gewittern und Regen. Morgens seien besonders der Westen und Südwesten betroffen. Zum Nachmittag sollen dann fast alle Landesteile mehr oder weniger stark Gewittern ausgesetzt sein.

Acht Kinder in Paris durch Blitzeinschlag verletzt

Wie beim Fußballspiel in Rheinland-Pfalz sind auch in der französischen Hauptstadt Paris mehrere Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt worden. Insgesamt waren bei einem Kindergeburtstag elf Menschen von einem Blitz getroffen worden, acht davon Kinder.

Der Blitz hatte in einem Park einen Baum getroffen, unter dem eine Gruppe von acht Kindern und drei Erwachsenen Schutz vor einem plötzlichen Gewitter gesucht hatte. Es werde künstlich beatmet, sagte der Notfallmediziner Pierre Carli bei einer Pressekonferenz.

Der Park Monceau im Nordwesten von Paris ist besonders am Wochenende bei Familien sehr beliebt. Ein Anwohner sagte, er habe in Paris selten ein solches Gewitter mit so vielen Blitzen erlebt. In Polen starb ein 40-jähriger Wanderer bei einem Blitzeinschlag.