Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer will künftig verhindern, dass seine Medikamente für Hinrichtungen verwendet werden. Aktivisten sehen damit einen Meilenstein erreicht.

"Mit der Ankündigung von Pfizer haben alle von der FDA zugelassenen Hersteller potenzieller Hinrichtungsmedikamente den Verkauf ihrer Produkte für diesen Zweck gesperrt," sagte Maya Foa von der Menschenrechtsorganisation Reprieve in London der New York Times. Staaten müssten sich die Mittel nun im "Untergrund" besorgen, sagte Maya.  Die FDA ist die staatliche Aufsicht für Lebensmittel und Medikamente in den USA. 

Pfizer kündigte an, es werde den Verkauf von sieben Produkten auf einzelne Großhändler beschränken. Diese müssten sich dazu verpflichten, die Mittel nicht an Gefängnisbehörden weiterzugeben. Diese Vorschrift würde man genau überwachen, teilte das Unternehmen mit. 

Schon in der Vergangenheit war es für Staaten deutlich schwieriger geworden, sich die Medikamente zu besorgen. Immer mehr Unternehmen hatten angekündigt, die für Hinrichtungen benötigten Medikamente wegen moralischer oder wirtschaftlicher Gründe nicht mehr zur Verfügung zu stellen. 

Experimente mit neuen Mischungen, Komplikationen bei Hinrichtungen sowie verdeckte Beschaffungsversuche führten zu mehreren Gerichtsverfahren gegen Staaten. Die Herkunft der Medikamente ist bei den Prozessen immer wieder Thema. Der Bundesstaat Missouri hatte zuletzt vor Gericht beispielsweise die Auskunft verweigert, ob er ein Medikament für eine Hinrichtung von einem lizenzierten Pharma-Unternehmen oder in einer Apotheke hergestellt werde.