Bei einer Schießerei im Zentrum Tel Avivs auf einem beliebten Markt sind mindestens vier Menschen getötet worden. Sechs weitere Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, berichtete das israelischen Fernsehen. Die Schüsse fielen in der Nähe des israelischen Verteidigungsministeriums und des Hauptquartiers der Armee, wie der Rettungsdienst mitteilte.

Polizeisprecherin Meirav Lapidot sagte, ersten Berichten zufolge sei der Überfall von mindestens zwei Terroristen verübt worden. Die mutmaßlich palästinensischen Attentäter seien beide gefasst worden. Einer von ihnen sei schwer verletzt und werde im Krankenhaus behandelt. Polizisten suchten die Umgebung des Markts ab, um sicherzustellen, dass es nicht noch andere Angreifer gab. Der Fernsehsender Kanal 10 berichtete, mindestens einer der Angreifer sei wie ein ultraorthodoxer Jude mit schwarzem Mantel und Hut gekleidet gewesen.

Die Attentäter eröffneten nach Polizeiangaben am Abend im Sarona-Park im Zentrum der Küstenmetropole das Feuer und schossen wahllos auf Passanten. Das ehemalige deutsche Templerdorf ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird.

Ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte den tödlichen Anschlag. Nach Polizeiangaben stammten die Attentäter aus einem Dorf bei Hebron im südlichen Westjordanland. Es handele sich um Cousins. Sie hätten sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten. Nach Medienberichten trugen sie auch Taschen mit Messern bei sich.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai rief die Einwohner der Küstenmetropole nach dem Anschlag zur Ruhe auf. "Morgen geht hier das Leben wie immer weiter", sagte er bei einem Besuch im Ichilov-Krankenhaus, das ganz in der Nähe des Anschlagsorts liegt. Tel Aviv sei und bleibe das Symbol des normalen Lebens. 

Seit acht Monaten gibt es Angriffe meist einzelner Palästinenser auf Israelis. Dabei wurden 28 Israelis und zwei Amerikaner getötet. Israelische Sicherheitskräfte töteten in dem Zeitraum rund 200 Palästinenser. Bei den meisten soll es sich um Angreifer gehandelt haben. Als Auslöser der Gewalt gilt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben. Als mögliche Motivation für den neuen Anschlag in Tel Aviv wurde der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan genannt.