Nach dem folgenschwersten Terrorakt in den USA seit dem 11. September 2001 sucht das FBI nach weiteren Hinweisen auf die Motive des Todesschützen von Orlando. Der Attentäter war nach Augenzeugenberichten häufiger Besucher des vorwiegend von Homosexuellen frequentierten Nachtclubs Pulse gewesen, in dem er 49 Menschen tötete. Ein Stammgast schilderte Orlando Sentinel, er habe den mutmaßlichen Täter Omar Mateen mindestens ein Dutzend Mal in dem Club gesehen. Andere Augenzeugen sagten, Mateen habe in dem Club mehrfach alleine in einer Ecke getrunken und sei mehrere Male stark alkoholisiert gewesen.

Laut einem Bericht der Los Angeles Times soll der Schütze auch längere Zeit eine bei Schwulen populäre Dating-App benutzt haben. Die Zeitung zitiert einen Chatpartner, er habe ein Jahr lang mit Mateen über die App kommuniziert. 

Den Zeitungsberichten zufolge sind diese Informationen auch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen zur Motivlage. Das FBI hat nach den Worten seines Direktors James Comey zudem viele Äußerungen des Attentäters zu analysieren, die dem ersten Anschein nach nicht zusammenpassen: Der Schütze habe sich während der Attacke in drei kurzen Telefonaten sowohl zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannt als auch zu den Attentätern des Boston-Marathons und zur islamistischen Al-Nusra-Front. Vor einigen Jahren habe er gesagt, er sympathisiere mit der libanesischen Hisbollah-Miliz und mit Al-Kaida. Diese Organisationen rivalisieren aber, die Boston-Attentäter wiederum haben mit dem IS nichts zu tun. 

Das FBI schließt weiterhin nicht aus, dass es Mittäter oder Helfer gibt. Comey und US-Präsident Barack Obama sagten, Mateen sei von verschiedenen Quellen über das Internet extremistisch inspiriert worden. Es sei extrem schwierig, jemanden vor einem Anschlag ausfindig zu machen, der sich selbst radikalisiere.

Obama wird nach Angaben des Weißen Hauses am Donnerstag nach Orlando reisen.