München: Polizei identifiziert 18-Jährigen als mutmaßlichen Täter

Für den Tod von neun Menschen soll ein Deutsch-Iraner verantwortlich sein. Er soll sich selbst getötet haben. Die Terrorwarnung wurde aufgehoben. Das Blog zum Nachlesen
Sondereinsatzkräfte der Polizei in München © Michael Dalder/dpa
  • Im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München gab es einen Angriff mit Schusswaffen.
  • Neun Menschen wurden laut Angaben der Polizei getötet. Auch Jugendliche sind unter den Opfern.
  • 16 Menschen, darunter auch Kinder, seien noch in Behandlung. Demnach handelt es sich um 13 Leicht- und 3 Schwerverletzte.
  • Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem Attentäter um einen 18-jährigen Deutsch-Iraner aus München handelt. Dieser habe sich offenbar selbst getötet, wie die Ermittler in der Nacht mitteilten. Die Motivlage sei völlig unklar.
  • Die Polizei hatte zuvor von einer "akuten Terrorlage" gesprochen, bei der bis zu drei Täter mit "Langwaffen" auf der Flucht seien.
  • U-Bahn- und Tramverkehr in München wurden über Stunden vollständig eingestellt. Gegen 1 Uhr nahmen die öffentlichen Verkehrsmittel wieder ihren Betrieb auf.
  • Auch die Geschäfte in der Innenstadt wurden schnell geschlossen; die Polizei hatte die Menschen aufgerufen, öffentliche Plätze zu meiden. Der Hauptbahnhof wurde evakuiert.
  • Was wir sicher über die Schüsse in München wissen, lesen Sie hier.

Karte: Tödliche Schüsse in München

Wo geschah was? Die wichtigsten Orte im Überblick

  • 02:25 Uhr
    Bastian Brauns


    Pressekonferenz der Polizei:

    Laut Angaben des Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä wurde der mutmaßliche Täter als 18 Jahre alter Deutsch-Iraner aus München identifiziert. Er soll sich nach dem Angriff auf das Einkaufszentrum selbst getötet haben. Der junge Mann habe seit mehr als zwei Jahren in München gelebt, sagte Andrä. Motiv und Hintergrund für die Tat seien noch völlig unklar. Polizeilich sei der Mann bislang nicht aufgefallen.

    Wegen zahlreicher Zeugenaussagen musste die Polizei offenbar zunächst von drei Tätern ausgehen. Es gebe jetzt aber keine Erkenntnisse über weitere beteiligte Personen. Die Ermittlungen sollen die ganze Nacht über weiterlaufen. Klar ist laut Polizei, dass jetzt kein bewaffneter Täter mehr in München unterwegs sei.

    Der Täter habe insgesamt 9 Menschen getötet. Auch Jugendliche seien unter den Opfern. 26 Menschen seien verletzt in Krankenhäuser eingeliefert worden, darunter auch Kinder. 16 Menschen seien noch in Behandlung, drei von ihnen seien schwer verletzt. Polizisten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht im Einsatz verletzt worden.

    Zunächst war bei der Schießerei von "Langwaffen" die Rede gewesen. Bei der Tatwaffe handelt es sich nach ersten Erkenntnissen aber wohl um eine Pistole. Nach Angaben der Polizei waren am Abend und in der Nacht 2.300 Einsatzkräfte unterwegs. Darunter befanden sich "alle verfügbaren Kräfte des Polizeipräsidiums München, Spezialeinheiten aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sowie die GSG 9 der Bundespolizei und die Cobra aus Österreich".

    Der öffentliche Nahverkehr war laut Polizei ausgesetzt worden, weil viele Menschen über den ganzen Abend hinweg immer wieder weitere Schießereien im ganzen Stadtgebiet gemeldet hatten. Den zahlreichen Hinweisen sei nachgegangen worden, sie bestätigten sich aber offenbar nicht. Der Nahverkehr soll ab circa 4 Uhr wieder nach normalem Fahrplan fahren.

  • 01:42 Uhr
    Zacharias Zacharakis

    Die Zahl der Toten ist auf zehn gestiegen. Der mutmaßliche Einzeltäter habe mindestens neun Menschen getötet und dann sich selbst, teilte die Polizei mit. Über seine Identität könne noch nichts gesagt werden. Die Warnung an die Bevölkerung, nicht mehr aus dem Haus zu gehen, wurde aufgehoben.

    Es war bereits zuvor vermutet worden, dass es sich bei der aufgefundenen Leiche um den Täter handeln könnte. Allerdings war unklar, ob noch weitere Mittäter auf der Flucht sind.

  • 01:31 Uhr
    Bastian Brauns

    Die Polizei teilt soeben mit, dass sie vorsichtig Entwarnung geben könne. Man habe eine Person gefunden, die sich selbst getötet habe. Der Mann sei nach derzeitigem Stand der Ermittlung außerdem wohl der einzige Täter. Zuvor war von bis zu drei Tätern die Rede gewesen.

  • 00:47 Uhr
    Bastian Brauns

    Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat für den heutigen Samstag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden angeordnet. Auch alle Gemeinden, Landkreise und Bezirke werden gebeten, die Fahnen auf Halbmast zu setzen. Das teilte eine Regierungssprecherin in München mit.

  • 00:28 Uhr
    Bastian Brauns

    Die Polizei bittet darum, Foto-/Video- oder Audioaufnahmen nicht in sozialen Netzwerken zu posten, sondern über ein Onlineformular direkt an die Behörden zu senden. Unter diesem Link können Mediendateien hochgeladen werden: https://medienupload-portal01.polizei.bayern.de/

  • 00:11 Uhr
    Zacharias Zacharakis

    Vor dem Münchener Hauptbahnhof warten gestrandete Reisende. Das Gebäude wurde evakuiert, alle Zugverbindungen eingestellt.

  • 00:10 Uhr
    Nadine Oberhuber

    Sehr viele Münchner haben den Abend zu Hause verbracht und dafür Verabredungen, Treffen oder Partys abgesagt. Viele von denjenigen, die unterwegs waren, berichten, sie seien inzwischen "nach Hause geflüchtet" und hätten ihre Wohnungen trotz brachliegenden öffentlichen Nahverkehrs wieder erreicht. Irgendwie. Derzeit fahren lediglich Taxen, aber viel weniger als sonst. S- und U-Bahnen oder Busse sind noch nicht wieder im Einsatz. Dafür sind wieder mehr Autos auf den Straßen unterwegs. Hubschrauber fliegen immer noch regelmäßig.

    Auch etliche Radfahrer wagen sich jetzt wieder auf die Straße.

  • 00:06 Uhr
    Bastian Brauns

    Unser Autor Ferdinand Otto schildert einige Eindrücke von einer kurzen nächtlichen Rundfahrt durch München:
    "Die Situation im Münchner Osten wirkt normal. Für einen Freitagabend vielleicht ein wenig eiliger als sonst. Die Straßen sind voll von Autos, wenige Radfahrer, aber kaum Fußgänger unterwegs. Pizzaboten rasen durch die Nacht. Leere Taxis rauschen an den wenigen winkenden Fußgängern vorbei."

  • 23:34 Uhr
    Zacharias Zacharakis

    Wegen der Grenznähe zu München ist in Österreich die Polizeisondereinheit Cobra in Alarmbereitschaft versetzt worden. Dies sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, im ORF. In allen direkt an Deutschland grenzenden Regionen seien zudem "entsprechende Sicherheitsmaßnahmen" ergriffen worden.


    Zur Unterstützung der Münchner Polizei seien zudem 42 Cobra-Beamte in der bayerischen Landeshauptstadt eingetroffen. Durch die Ereignisse in München habe sich die Gefährdungslage in Österreich aber nicht grundsätzlich erhöht, sagte Kogler weiter.

  • 23:29 Uhr
    Ute Brandenburger

    Die Lage am Olympia-Einkaufszentrum ist an diesem Abend unübersichtlich gewesen. Für viele Besucher war die Situation zu Beginn schwer zu begreifen, da sie nicht wussten, dass es sich um eine Schießerei handelte. Das Video eines Augenzeugen:

  • 23:28 Uhr
    Till Schwarze

    Bei dem bislang zuletzt gefundenen Toten könnte es sich der Polizei zufolge um einen Täter handeln. Dem Bayerischen Rundfunk zufolge handelt es sich um die Leiche eines Mannes, die am Rand des nahe gelegenen Olympiadorfes liegt und einen roten Rucksack trägt. Den Fundort der Leiche habe die Polizei weiträumig abgesperrt. Beamte würden sich dem Toten sehr vorsichtig nähern, da man nicht wisse, ob sich in dem Rucksack eine Bombe befinde.

  • 23:27 Uhr
    Sybille Klormann

    Das Bayerische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen, haben ein Sprecher des LKA und des Münchner Polizeipräsidiums bestätigt.

  • 23:24 Uhr
    Sybille Klormann

    Der aktuelle Stand:

    - Nach Angaben der Polizei gibt es acht Tote und mehrere Verletzte.
    - Eine männliche Leiche wurde außerdem nahe dem Tatort, dem Olympia-Einkaufszentrum im Norden der Stadt, gefunden. Es werde geprüft, ob es sich um einen der Täter handele, sagte die Polizei.
    - Etwa hundert Menschen werden nach Angaben der Polizei von Kriseninterventionsteams psychologisch betreut.
    - Einziger Tatort ist laut Polizei das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ). Dort fielen am Abend gegen 18 Uhr Schüsse.

    - Die Polizei spricht aufgrund von Zeugenaussagen von Terrorverdacht.
    - Die Spezialeinheit GSG 9 ist ebenfalls in München im Einsatz.
    - Die Fahndung nach bis zu drei bewaffneten Tätern läuft im gesamten Stadtgebiet.
    - Die Lage bleibt gefährlich: Geschäfte, Restaurants und der Hauptbahnhof sind geschlossen, der Nahverkehr wurde eingestellt.
    - Die Polizei ruft dazu auf, öffentliche Plätze zu meiden.

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