Die südafrikanische Staatsanwaltschaft will gegen die sechsjährige Haftstrafe für Ex-Sprintstar Oscar Pistorius in Berufung gehen. Man habe sich nach eingehender Prüfung des Urteils zu dem Schritt entschlossen, teilte die Behörde mit. Zur Begründung hieß es, die Haftstrafe sei für "einen Mord zu milde" und damit ungerecht.

Pistorius hatte seine Lebensgefährtin 2013 in seinem Haus durch die geschlossene Badtür erschossen. Nach seinen Worten war es ein Versehen, weil er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet habe. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm Absicht vorgeworfen.

Ein erster Prozess endete 2014 mit einer Verurteilung zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung. Im Oktober vergangenen Jahres wurde er wegen guter Führung in den Hausarrest entlassen. Mitte November trat er einen Sozialdienst an, den er im Zusammenhang mit dem Hausarrest ableisten muss.

Ein Berufungsgericht wertete den Fall Ende 2015 dann aber als Mord, da er mit "krimineller Absicht" gehandelt habe. Von der dafür vorgesehenen Mindeststrafe von 15 Jahren kann das Gericht bei mildernden Umständen abweichen. Anfang Juli war Pistorius in Pretoria zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden.