In Südfrankreich und Portugal gibt es derzeit große Waldbrände. Mindestens vier Menschen wurden getötet, Tausende mussten in Sicherheit gebracht werden. Zahlreiche Häuser brannten nieder. Das teilten die Behörden beider Länder mit. Besonders dramatisch war die Lage rund um die südfranzösische Stadt Marseille. 

Mehr als 2.000 Hektar Land seien verwüstet worden, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve bei einem Ortsbesuch. Die Feuerwehr dort meldete um Mitternacht, die Situation in der Region sei stellenweise "außer Kontrolle". 1.800 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Unterstützt würden sie von rund 400 Polizisten.

Zum Eindämmen der Brände wurden nach Angaben des französischen Innenministeriums sämtliche Kräfte des Zivilschutzes und jede verfügbare Unterstützung aus der Luft mobilisiert. Vier Feuerwehrleute seien verletzt worden, drei von ihnen schwer.

Mehrere Häuser und Autos wurden durch die Flammen zerstört, wie auf Bildern örtlicher Medien zu sehen war.

Auch in der Kleinstadt Vitrolles nahe Marseille mussten Anwohner vor dem Feuer in Sicherheit gebracht werden. Böen mit Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern erschwerten die Löscharbeiten, teilte die Stadtverwaltung mit. Am Flughafen Marseille wurden mehrere Flüge gestrichen, damit Löschflugzeuge starten konnten. Auch am Donnerstag können dort Flüge ausfallen, sagte ein Flughafensprecher.

Am frühen Morgen gab die Stadtverwaltung in Marseille über Twitter vorerst Entwarnung: Die Stadt werde wegen eines Wetterumschwungs und niedriger Temperaturen nicht länger durch die Flammen bedroht.

Tausende Kilometer entfernt wütete zur gleichen Zeit ein schwerer Waldbrand bei Funchal, der Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira. Drei Menschen starben dort. Auch auf dem portugiesischen Festland brennt es. Dort starb ein Mann in seinem Wohnwagen, berichteten die Behörden. Mehr als 300 Menschen erlitten leichte Verbrennungen und Rauchvergiftung.

Starke Winde fachen die Feuer während eines heißen, trockenen Sommers in Südfrankreich und Portugal immer wieder an. Allein auf dem portugiesischen Festland wurden am Mittwoch 186 Waldbrände gezählt.