Nach dem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden haben die Ermittler Fotos und ein Video von einem mutmaßlichen Täter veröffentlicht. Sie zeigen eine schlanke und mit hellblauer Jacke bekleidete Person, die einen Motorradhelm mit offenem Visier und einen Rucksack trägt und rauchend einen Bürgersteig entlangläuft. Das Gesicht ist nicht zu erkennen.

"Die auf dem Video zu sehende Person hielt sich einen längeren Zeitraum im Bereich der Moschee auf", teilte die Polizei Dresden mit. Zeugen wurden aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden. "Wer kann Angaben zu der im Video zu sehenden Person machen?", fragte die Polizei.

Am Montag hatten Unbekannte in Dresden zwei selbst gebaute Sprengsätze vor einem Kongresszentrum und einer Moschee gezündet. Nur durch Glück waren der Imam und seine Familie, die sich in der Moschee aufhielten, nicht verletzt worden. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. 

Gefälschtes Bekennerschreiben

Ein auf einer Antifa-Website aufgetauchtes Bekennerschreiben hat sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft mittlerweile als Fälschung erwiesen.  

Am Mittwoch teilte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) mit, dass auf der Website linksunten.indymedia.org ein Bekennerschreiben aufgetaucht sei. Dort kann jeder anonym Texte verfassen und verbreiten. Die Plattform dient vor allem der linken und linksextremen Szene, um Themen zu diskutieren oder zu Demonstrationen zu mobilisieren. In dem Schreiben hieß es, die Antifa Dresden habe die Anschläge verübt. Diese wies das zurück.

Vor der zentralen Einheitsfeier in Dresden, die bereits am Samstag mit einem großen Bürgerfest beginnt, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Allein am 3. Oktober sollen bis zu 2.600 Beamte im Einsatz sein. Zu den Feierlichkeiten werden Hunderttausende Besucher erwartet.

Am offiziellen Festakt am Montag wollen Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen, als Hauptredner ist Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vorgesehen. Einige Gruppen wollten offenbar vorab die Menschen verunsichern: Im Laufe der Woche wurde eine Sprengstoffattrappe an einer Brücke in der Innenstadt angebracht.