Der verstorbene Gerwald Claus-Brunner hat die Tötung eines 29-jährigen Mannes schriftlich gestanden. Das habe in einem Brief gestanden, den der Berliner Politiker mit persönlichen Gegenständen vor seinem Suizid verschickt habe, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Das Paket sei am Mittwoch der Polizei übergeben worden. 

Eine Tatbeteiligung anderer Menschen gebe es nicht, sagte Steltner. "Damit ist der Fall für die Staatsanwaltschaft geklärt. Gegen Tote wird nicht ermittelt." Das Paket habe Claus-Brunner an seinen früheren Lebensgefährten geschickt, es sei dort aber nicht angekommen und schließlich bei der Polizei gelandet. Ob in dem Brief stand, wann und wie das Opfer starb, sagte Steltner nicht. 

Die Leichen des 44 Jahre alten Piraten-Politikers und seines Opfers waren am Montag in verschiedenen Räumen von Claus-Brunners Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz entdeckt worden. Der 29-Jährige wurde aber schon Tage zuvor in seiner Wohnung im Wedding getötet. Claus-Brunner hatte den Toten laut Ermittlungen in seine Wohnung gebracht und sich dann später selbst das Leben genommen.

Im Jahr 2011 war Claus-Brunner als Mitglied der ersten Piratenfraktion ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen. Er trat stets mit Latzhose und Kopftuch auf und war dadurch bekannt geworden. Bei der Wahl am Sonntag verpassten die Piraten den Wiedereinzug ins Parlament. 

Anmerkung der Redaktion: ZEIT ONLINE geht behutsam mit dem Thema Suizid um, da es Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden.

Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder auf der Telefonrechnung noch dem Einzelverbindungsnachweis erfasst. Weitere Beratungsangebote sind etwa hier auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention zu finden.

Hilfe für Angehörige Suizidgefährdeter bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker unter der Rufnummer 01805 - 950 951 und der Festnetznummer 0228 - 71 00 24 24 sowie der E-Mail-Adresse seelefon@psychiatrie.de.