Der Berliner Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner soll einen anderen Mann getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die Polizei hegt den "konkreten Verdacht", dass Claus-Brunner den anderen Mann umgebracht habe, bevor er sich selbst tötete, sagte eine Sprecherin ZEIT ONLINE. 

Der zweite Mann dürfte schon vor einigen Tagen durch "stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper" getötet worden sein, teilte die Polizei mit und bestätigte damit Berichte von Bild und BZ. Bei dem jüngeren Mann handele es sich "wohl um einen 27-Jährigen", der zuvor gegen Claus-Brunner Stalking-Vorwürfe erhoben habe, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Die Leichen des 44-jährigen Claus-Brunner sowie des anderen Mannes waren am Montag in einer Wohnung in Berlin-Steglitz gefunden worden. Die vorgefundene Situation deute auf ein  Tötungsdelikt hin, hatte die Polizei danach mitgeteilt. Eine Mordkommission ermittelt. 

Claus-Brunner gehörte zur Berliner Piratenfraktion, die 2011 mit 8,9 Prozent und 15 Abgeordneten als erste in einen deutschen Landtag einzog. Bei der Wahl am Sonntag waren die Piraten wieder aus dem Parlament ausgeschieden. Nach Bekanntwerden seines Todes hatte die Piratenpartei in einer Mitteilung geschrieben, "Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht". Bei den Piraten wurde Claus-Brunner "Faxe" genannt. 

Anmerkung der Redaktion: ZEIT ONLINE geht behutsam mit dem Thema Suizid um, da es Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden.

Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder auf der Telefonrechnung noch dem Einzelverbindungsnachweis erfasst. Weitere Beratungsangebote sind etwa hier auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention zu finden.

Hilfe für Angehörige Suizidgefährdeter bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker unter der Rufnummer 01805 - 950 951 und der Festnetznummer 0228 - 71 00 24 24 sowie der Emailadresse seelefon@psychiatrie.de.