Ein Feuerwehrmann, der einen Brandanschlag auf eine Unterkunft von syrischen Flüchtlingen im sauerländischen Altena verübt hatte, ist vom Landgericht Hagen zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Gegen einen Freund des 26-Jährigen verhängte das Gericht eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren. Beide Männer hatten zuvor gestanden, im Oktober 2015 den Brand im Dach des Gebäudes gelegt zu haben.

Die Richter legten den Angeklagten schwere Brandstiftung zur Last. Eine Verurteilung wegen versuchten Mordes lehnten sie ab. Es sei nicht sicher feststellbar, dass der Feuerwehrmann und sein Freund den Tod der sieben Flüchtlinge, die während der Tat im Erdgeschoss des Gebäudes schliefen, zumindest in Kauf genommen hätten.

Ende Mai hatte der Feuerwehrmann zu Beginn des Prozesses zugegeben, auf dem Dachstuhl des Hauses Benzin verteilt und angezündet zu haben. Als Motiv gab er an, es sei immer erzählt worden, dass alle Flüchtlinge kriminell seien. Dadurch seien bei ihm immer größere Ängste entstanden, er habe schlaflose Nächte gehabt. Er habe das Haus "unbewohnbar machen" wollen.

Die beiden Männer waren in der Nacht zum 3. Oktober 2015 in das Haus eingedrungen, indem sie die Kellertür aufbrachen. Der Feuerwehrmann steckte im Dach das verteilte Benzin in Brand, während sein Komplize aufpasste. Bevor sie flüchteten, kappten die Männer noch die Telefonleitung des Hauses, damit niemand das Feuer melden konnte. Nur weil sich dieses langsam entwickelte und schwelte, konnten sich die syrischen Hausbewohner am nächsten Tag unverletzt in Sicherheit bringen, nachdem der Brandgeruch aufgefallen war.