Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat den Angriff in einem Einkaufszentrum in St. Cloud im US-Bundesstaat Minnesota für sich reklamiert. Am Samstagabend hatte ein Mann dort mit einem Messer neun Menschen verletzt, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Die US-Bundespolizei FBI sagte, der Vorfall werde als möglicher Terrorakt angesehen. Man bemühe sich aber nach wie vor, zunächst den Hintergrund des Mannes und mögliche Motive auszuloten, sagte ein FBI-Ermittler. Mittlerweile wurden sechs der neun Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen.

Die dem IS nahestehende Agentur Amak bezeichnete den Mann in einer im Internet verbreiteten Mitteilung als einen "Soldaten des Islamischen Staates". Diese Behauptung konnte allerdings nicht auf ihre Echtheit überprüft werden. Bei dem Überfall auf ein Einkaufszentrum rund 112 Kilometer nordwestlich von Minneapolis hatte der mutmaßliche Täter "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen.

Er habe Anweisungen der Terrormiliz befolgt, Anschläge in Ländern zu verüben, die an der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt sind, heißt es nach Angaben des IS. Unklar blieb jedoch, ob die Terrormiliz den Angriff selbst geplant hatte oder lediglich davon wusste. Die Extremisten haben sogenannte einsame Wölfe dazu ermutigt, selbstständig Anschläge durchzuführen.

Vater des mutmaßlichen Attentäters meldet sich zu Wort

Unterdessen hat sich ein Zuwanderer aus Somalia als Vater des mutmaßlichen Messerangreifers ausgegeben. Die Polizei habe ihm mitgeteilt, dass sein 22-jähriger Sohn Dahir im Einkaufszentrum in St. Cloud ums Leben gekommen sei, sagte der Mann der Zeitung Star Tribune in Minneapolis. Er habe keinerlei Verdacht geschöpft, dass sein Sohn in terroristische Aktivitäten verwickelt sein könnte. Dieser sei vor 15 Jahren in die USA gekommen und habe am St. Cloud Technical and Community College studiert. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Aussagen.

Der örtliche Polizeichef Blair Anderson bestätigte jedoch ebenfalls die Verbindung zu islamistischem Terrorismus. Mindestens einmal habe der Täter Bezug auf Allah genommen. Außerdem habe er ein Opfer gefragt, ob es Muslim sei. Die Identität des Mannes gab Anderson nicht bekannt. Unklar blieb auch, ob dieser als Wachmann im Einkaufszentrum gearbeitet hatte – während der Tat hatte er die Uniform eines privaten Sicherheitsdienstes getragen. Klar ist jedoch, dass er der Polizei bereits bekannt war – vor allem wegen kleinerer Verkehrsdelikte.