Die Explosion in Manhattan, bei der am Samstag 29 Menschen verletzt wurden, ist durch eine Bombe ausgelöst worden. Der New Yorker Bürgermeister, Bill de Blasio, schloss einen Terroranschlag aus. Er sagte jedoch, es habe sich um "einen vorsätzlichen Akt" gehandelt. Zu Täter und Motiv äußerte er sich nicht. Auch der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, bestätigte, dass es "keine Verbindung zum internationalen Terrorismus" gebe.

Allerdings schließen die Behörden nun offenbar nicht mehr aus, dass die Explosion in New York mit einer weiteren Detonation im US-Bundesstaat New Jersey zusammenhängen könnte. Elf Stunden vor dem Vorfall in Manhattan war am Rande eines Spendenwettlaufs in dem Ort Seaside Park eine Rohrbombe in einem Mülleimer explodiert. Verletzt wurde niemand – wohl, weil sich der Start des Rennens durch Probleme bei der Registrierung verzögert hatte. Wie der Fernsehsender CNN berichtet entdeckten Ermittler auch zwischen der Bombe aus New Jersey und der aus New York Ähnlichkeiten: Beiden Sprengsätzen hätten demnach Klapphandys als Zeitzünder gedient.

Die Explosion der Bombe in New York ereignete sich am Samstagabend gegen 20.30 Uhr Ortszeit in der 23. Straße im Viertel Chelsea, einer Gegend mit zahlreichen Bars, Restaurants, Theatern und Wohnungen. Die Polizei riegelte die Gegend daraufhin ab und eine Antiterroreinheit kam zum Einsatz. Wenig später fand die Polizei einige Blocks weiter in der 27. Straße einen verdächtigen Gegenstand. Dabei soll es sich um einen Schnellkochtopf mit Drähten handeln, der in einer Plastiktasche gelegen habe. Er konnte von der Polizei mithilfe eines Roboters entfernt werden. Alle Verletzten wurden laut Gouverneur Cuomo inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

De Blasio kündigt massive Polizeipräsenz für UN-Treffen an

Nach der Explosion hatten sich die Behörden bei der Einschätzung der Ursache zunächst zurückhaltend geäußert. Nach Angaben des Polizeisprechers James O'Neill habe bisher niemand für den Anschlag die Verantwortung übernommen. Es gebe auch kein Bekennerschreiben. "Wer auch immer die Bomben platziert hat, wir werden sie finden", kündigte Gouverneur Cuomo an. 

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verurteilte die Rohrbombenexplosionen in New York und New Jersey sowie den Messerangriff in Minnesota als "offensichtliche Terrorattacken". "Wir werden nicht ruhen, bis wir wissen, was passiert ist", sagte sie.

Diese Woche kommen in New York die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen zur Vollversammlung zusammen. Entsprechend angespannt ist deshalb die Sicherheitslage: New Yorks Bürgermeister de Blasio kündigte am Sonntag eine massive Polizeipräsenz in den Straßen der Stadt an. Erst am vergangenen Wochenende hatten die Bürger von New York unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht.

USA - Zahlreiche Verletzte bei Explosion in New York Die Sicherheitsbehörden gingen von einer Straftat, aber zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, wie Bürgermeister Bill de Blasio am Samstagabend mitteilte. © Foto: Stephanie Keith/Reuters