UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich in Haiti ein Bild von den Schäden durch Hurrikan Matthew gemacht. Der Sturm hatte vergangene Woche das Land in der Karibik verwüstet. In einer Rede mahnte Ban, dass mehr Unterstützung aus dem Ausland kommen müsse. "Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen", sagte Ban in Les Cayes im stark betroffenen Südwesten des Landes. Er sei gekommen, um den Menschen zu sagen: "Die Vereinten Nationen sind an eurer Seite, ich bin an eurer Seite."

Die UN hatte die internationale Gemeinschaft zu Nothilfezahlungen in Höhe von 120 Millionen Dollar (rund 109 Millionen Euro) aufgerufen, um den Menschen im Katastrophengebiet in den nächsten drei Monaten helfen zu können. Bisher sind aber erst zwölf Prozent der Summe eingegangen. Mit seinem Besuch hofft Ban, die Geberländer stärker mobilisieren zu können und eine erneute humanitäre Katastrophe in dem Land zu verhindern.

Derzeit sind 1,4 Millionen Menschen in Haiti dringend auf Hilfe angewiesen. Nach bisherigen Erkenntnissen starben 546 Menschen durch den Hurrikan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchtet zudem einen großen Choleraausbruch und hat eine Million Impfdosen in das Katastrophengebiet geschickt. Sie reichen aus, um 500.000 Menschen lebenslang vor Cholera zu schützen oder eine Million Menschen für ein halbes Jahr.

Weil die Infrastruktur im Südwesten Haitis stark beschädigt ist, gelangen Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel allerdings nur langsam zu den Menschen. Einige Orte sind nur per Boot oder Helikopter zu erreichen.