Der US-Fernsehsender NBC hat seinen Moderatoren Billy Bush beurlaubt. Bush war der Gesprächspartner von Donald Trump in dem Video mit frauenfeindlichen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten aus dem Jahr 2005. Auch er hatte sich in einer Art und Weise über Frauen geäußert, die nicht gesellschaftsfähig ist.

"Lasst mich ganz klar sein: Es gibt einfach keine Entschuldigung für Billys Wortwahl und sein Verhalten in dem Video", begründete Bushs Vorgesetzter in der Today-Show bei NBC, Noah Oppenheim, die Suspendierung in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Das Schriftstück liegt der New York Times vor. Wie lange die Beurlaubung dauern wird, war zunächst nicht bekannt. Der Cousin des gescheiterten Präsidentschaftsbewerbers Jeb Bush und des Altpräsidenten George W. Bush hatte sich bereits am Freitag entschuldigt.

George wie Jeb Bush gelten als ausgesprochene Kritiker Trumps, beide haben ihrem Parteifreund die Unterstützung versagt. Anhänger Trumps beklagten, das Video sei ein bewusster Schlag des Parteiestablishments gegen Trump.

In dem Video, das die Washington Post am Samstag veröffentlichte, äußert sich Trump in einem Gespräch mit dem Fernsehmoderator Billy Bush vulgär und abwertend über Frauen. In der heimlich aufgezeichneten Aufnahme erzählt Trump nicht nur von seinen Versuchen, Sex mit einer verheirateten Frau zu haben, die ihn habe abblitzen lassen. Der damals 59-Jährige, erst ein paar Monate mit seiner dritten Frau Melania verheiratet, prahlt auch damit, sich gegenüber Frauen ungezügelt verhalten zu können: "Ich fange einfach an, sie zu küssen. (...) Ich warte nicht einmal. (...) Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es zu."

In Reaktion auf die Veröffentlichung hatte sich Trump in einer Videobotschaft entschuldigt. Er bezeichnete die Aussagen aber auch als typische "Umkleidekabinengespräche" und sagte, dass Ex-Präsident Bill Clinton viel schlimmer im Umgang mit Frauen sei.