Bei Ausschreitungen in einem Gefängnis im brasilianischen Boa Vista sind laut Medienberichten 25 Häftlinge getötet worden. Auslöser waren rivalisierende Gruppen, hieß es unter Berufung auf einen Polizeisprecher.

Die Ausschreitungen begannen demnach während der Besuchszeiten am Sonntagnachmittag, als eine Gruppe von Häftlingen in einen anderen Trakt einbrach. Sie seien mit Messern und Holzlatten bewaffnet gewesen, berichtete die Nachrichtenseite G1 unter Berufung auf eine Ehefrau, die sich zu dieser Zeit in dem Gefängnis aufhielt.

Den Berichten zufolge nahm die Gruppe in dem Trakt etwa 100 Angehörige von Insassen, die gerade zu Besuch in der Haftanstalt waren, als Geiseln. Unter ihnen waren vor allem Frauen. Die Geiselnehmer hätten verlangt, mit einem Vertreter der Justizbehörden zu sprechen. Eine Eliteeinheit der Polizei stürmte daraufhin das Gefängnis, befreite die Geiseln und erlangte bis zum Abend die Kontrolle zurück.

Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl von Gefängnisinsassen weltweit. Die Haftanstalten sind meist überfüllt. Wegen der schlechten Haftbedingungen ist es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Ausschreitungen in den Gefängnissen gekommen. Die Stadt Boa Vista liegt im Norden Brasiliens und hat etwa 280.000 Einwohner. Sie ist die Hauptstadt des Bundesstaates Roraima.