Die Dresdner Polizei hat sich mit dem Verlauf der Feierlichkeiten zum Einheitstag zufrieden gezeigt. Die vergangene Woche habe den Sicherheitskräften aus Sachsen und 13 weiteren Bundesländern "alles abverlangt", sagte Polizeipräsident Horst Kretzschmar auch mit Blick auf die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Dresdner Kongresszentrum wenige Tage vor dem Fest. "Uns ist ein Spagat zwischen einem bürgernahen bunten Fest und der erforderlichen Sicherheit gelungen."

Der Einsatz bei den Feierlichkeiten steht in der Kritik, nachdem ein Polizeiführer dem Pegida-Aufmarsch in der Stadt in einer Ansage einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte. Die Äußerung "entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen", teilte die Polizeidirektion mit.  

Hinterfragt wird auch, warum die Demonstranten den zentralen Platz um Frauenkirche und Semperoper umfassend einnehmen durften. Hundert Pegida-Anhänger hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck am Montagvormittag mit Trillerpfeifen und Schmähungen empfangen. Auch ein von der Polizei zugelassenes Plakat mit einem Göbbels-Zitat wurde von den Demonstranten mitgeführt. Vielen Gästen des ökumenischen Festgottesdienstes bereiteten sie auf dem Weg zur Kirche mit Rufen wie "Haut ab" und "Volksverräter" einen Spießrutenlauf.

Nach Angaben der sächsischen Landesregierung kamen an den drei Festtagen mit 450.000 Menschen weniger Besucher als erwartet in die Dresdner Altstadt. Kalkuliert hatte man mit etwa 750.000 Besuchern. Immer wieder hatte starker Regen die Feiern gestört. Vor dem Fest hatten Hoteliers von Stornierungen wegen der angespannten Sicherheitslage berichtet.