In der Nacht zum Sonntag sind in Dresden drei Polizeifahrzeuge angezündet worden. Verletzt wurde niemand. Der entstandene Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei mehrere Zehntausend Euro. 

Angesichts der laufenden Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in der Stadt gehen die Ermittler von einer politisch motivierten Tat aus. Ein entsprechendes Bekennerschreiben liegt demnach aber bislang nicht vor.

Allerdings gab es in der Nacht noch einen weiteren Zwischenfall. In einer Straße wurden den Angaben zufolge Graffiti gesprüht, darunter der Spruch: "Ganz Dresden hasst die Polizei". Ein Verdächtiger wurde laut Polizei in der Nähe des Tatorts festgenommen. Nun werde geprüft, ob ein Zusammengang zu den in etwa 2,5 Kilometern Entfernung angezündeten Polizeiautos besteht.

Derweil hat das Fest zur deutschen Einheit in Dresden begonnen. Der dazugehörige Polizeieinsatz sei bisher "reibungslos" verlaufen, meldete die Polizei am vergangenen Abend. Besondere Vorkommnisse habe es nicht gegeben. 

Die Sicherheitsvorkehrungen für die Einheitsfeierlichkeiten wurden verschärft, nachdem vor einer Woche Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Kongresszentrum verübt worden waren. Zum offiziellen Festakt am Montag werden Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Stadt erwartet. Etwa zur gleichen Zeit plant Pegida einen Protestmarsch.

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte die Situation in Dresden"grotesk": Auf der einen Seite gebe es ein "buntes Volksfest, wo ganz Deutschland sich in seiner Vielfalt feiert". Auf der anderen Seite stehe "ein kleiner Haufen von schlecht gelaunten Pseudopatrioten", sagte sie. Die sächsische CDU kritisiert auch die angekündigten Demonstrationen linker Aktivisten. Generalsekretär Michael Kretschmer sagte der Bild am Sonntag, seine Partei lasse es nicht zu, dass der Tag "von linken oder rechten Demonstranten zu einem Tag der Deutschen Zwietracht" gemacht werde.