Nach den Schüssen eines sogenannten "Reichsbürgers" im mittelfränkischen Georgensgmünd ist ein Polizist an seinen Verletzungen gestorben. "Er ist jetzt tatsächlich verstorben", sagte ein Sprecher vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Am Mittwochabend hatte die Polizei den Tod des Beamten zunächst noch fälschlicherweise vermeldet. Der 32 Jahre alte Polizist eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) war operiert worden, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach von einer "entsetzlichen Nachricht". Es müsse alles getan werden, damit Polizisten nicht Opfer von tätlichen Angriffen würden. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind in dieser schweren Stunde bei den Angehörigen", sagte de Maizière. Die zunehmenden Angriffe von Extremisten seien unerträglich und inakzeptabel.

Der 49-jährige "Reichsbürger" hatte am Mittwochmorgen das Feuer eröffnet, als die Beamten in sein Haus eindrangen. Bei dem Mann handelt es sich um einen Jäger, der 31 Lang- und Kurzwaffen zunächst legal besaß. Von den Behörden wurde er aber als nicht mehr zuverlässig eingestuft. Deshalb sollten ihm seine Waffen entzogen werden. Zuvor hatten die Behörden seinen Jagdschein und seine Waffenbesitzkarte als ungültig erklärt.

Bei dem Einsatz wurden drei Polizisten verletzt: Ein 31 Jahre alter SEK-Beamter erlitt bei der Schießerei etwa 40 Kilometer südlich von Nürnberg einen Durchschuss am Oberarm, zwei weitere Polizisten (beide 37) wurden durch Glassplitter verletzt.



Der Täter soll am Donnerstag einem Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt werden. Die Behörden hatten am Mittwochmittag mitgeteilt, gegen den Schützen werde wegen versuchten Mordes ermittelt.

Sogenannte "Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Stattdessen behaupten sie, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Häufig legen sie dabei die Grenzen von 1937 zugrunde. Daher sprechen sie dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren auch amtliche Bescheide nicht.