Laut einer neuen Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Weltbank leben weltweit rund 385 Millionen Kinder in extremer Armut. Besonders viele dieser Kinder lebten in Afrika südlich der Sahara sowie im südlichen Asien, vor allem in Indien, heißt es in dem Bericht. 2013 habe jedes fünfte Kind in Entwicklungsländern in einem Haushalt gelebt, der im Schnitt nicht mehr als 1,70 Euro pro Person und Tag zur Verfügung hatte. Bei den Erwachsenen sei der Anteil nur halb so groß, von ihnen habe jeder zehnte in einem solchen Haushalt gelebt.

In dem Bericht heißt es weiter, Kinder litten besonders unter der Armut, weil sich die Entbehrungen auf die körperliche und geistige Entwicklung auswirkten. Für den Bericht haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben Daten aus 89 Ländern ausgewertet, in denen insgesamt 83 Prozent der Weltbevölkerung leben.

Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake nannte die Zahlen schockierend, zumal die Armut nicht nur die Zukunftschancen der Kinder selbst beeinträchtige, sondern auch die der gesamten Gesellschaft in den armen Ländern. Lake sagte, Kinder würden nicht nur stärker von Armut bedroht als Erwachsene, sie hätten auch am stärksten unter den Auswirkungen zu leiden. "Die Entbehrungen, unter denen sie leiden, beeinträchtigen die Entwicklung ihres Körpers und ihres Geistes", sagte Lake.