Bei einer Explosion auf dem Ludwigshafener Gelände des Chemiekonzerns BASF sind zwei Menschen ums Leben gekommen, sechs Menschen wurden schwer verletzt. Wie das Unternehmen am Abend mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Opfer von zunächst einem. Die Verantwortlichen von Feuerwehr, Polizei und BASF befürchten, dass es noch mehr Opfer geben könne: Zwei Menschen würden noch vermisst.

Auslöser der Katastrophe waren nach Angaben des Konzerns Arbeiten an einer Rohrleistungstrasse. Daraufhin habe es mehrere Brände gegeben in deren Folge eine Rußwolke entstand, die sich in Richtung Mannheim weiterbewegt habe. Die Umweltwagen der BASF seien rund um die Uhr im Einsatz und hätten bislang keine Gefahren für die Bevölkerung feststellen können, sagte Uwe Liebelt, Werksleiter in Ludwigshafen.

Am späten Vormittag sei zunächst ein Brand an einer Versorgungsleitung im sogenannten Landeshafen Nord von BASF ausgebrochen, zu dem die Werksfeuerwehr gerufen wurde. Als sie eintraf, sei es zu der Explosion gekommen. Die genauen Umstände seien noch unklar, so Liebelt. Nach der Explosion kam es zu Folgebränden. Laut Polizei waren etwa 160 Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte vor Ort, um ein Übergreifen auf andere Werksbereiche zu verhindern.

Gegen 16.30 Uhr teilte die Feuerwehr mit, der Brand sei unter Kontrolle, aber nicht gelöscht. Der Leiter der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, Peter Friedrich, sagte, man hoffe, den Brand bis in die Abendstunden einzudämmen. Im Einsatz seien 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigshafen sowie 62 Mann der Werksfeuerwehr. Auch Notfallseelsorger und weitere Rettungskräfte seien vor Ort. Bewohner in nördlichen Stadtteilen sollten weiter in ihren Wohnungen bleiben.

Suche nach Vermissten erst nach Abbrennen der Chemikalien

Auch der Werksleiter geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Löscharbeiten in den Abendstunden abgeschlossen würden. Zuvor sollten ausgetretene Chemikalien abbrennen. Erst danach könne nach den vermissten Menschen gesucht werden.

Nach Angaben der Stadt klagten einige Anwohner am Nachmittag über Atemwegsreizungen. Sie wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Bei der Berufsfeuerwehr sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

Schulen und Kindertagesstätten wurden aufgerufen, mit den Kindern und Jugendlichen in den Gebäuden zu bleiben. Außerdem wurde ein Bürgertelefon unter 0800 5050500 eingerichtet.