Papst Franziskus hat mit ungewöhnlich drastischen Worten einen Schutz der Ehe eingefordert. Die Gegenwart erlebe einen ideologischen "Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören", sagte er in Georgiens Hauptstadt Tbilissi. Diese Zerstörung erfolge "nicht mit Waffen, sondern mit Ideen".

Franziskus sprach von "ideologischen Kolonialisierungen", gegen die es sich zu verteidigen gelte. Eheleute seien ein "Abbild Gottes". Wenn es zur Scheidung komme, werde "das Abbild Gottes beschmutzt", sagte der Papst bei einem Treffen mit Angehörigen der katholischen Minderheit in Georgien.

Bei Beziehungsproblemen müsse man "alles tun, um die Ehe zu retten", forderte der Papst. Eheleuten empfahl er: "Streitet, soviel ihr wollt, aber beendet nie den Tag, ohne Frieden zu schließen."

Am Morgen hatte das Kirchenoberhaupt in einem Stadion eine Messe mit Angehörigen der katholischen Minderheit gefeiert – allerdings vor weitgehend leeren Rängen. In dem 27.000 Personen fassenden Stadion waren nach Schätzung von begleitenden Vatikan-Journalisten nur etwa 3.000 Menschen anwesend. Offizielle Vertreter der orthodoxen Kirche, der schätzungsweise 84 Prozent der Bevölkerung Georgiens angehören, blieben der Papstmesse fern. In Georgien leben nach Angaben des Vatikans 112.000 Katholiken.