In North Dakota ist es bei Protesten gegen eine Erdölpipeline zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Polizei setzte laut Augenzeugen Tränengas und Gummigeschosse ein. Nach Angaben einer Sprecherin des Protests wurden 167 Menschen verletzt, mindestens eine Person wurde festgenommen.

Ein Polizeisprecher warf den Aktivisten laut Guardian vor, "sehr aggressiv" aufzutreten. Man habe Wasserwerfer einsetzen müssen, weil die Demonstranten Feuer entzündet hätten.

Auslöser der Auseinandersetzung war der Versuch der Aktivisten, zwei ausgebrannte Trucks aus dem Weg zu räumen, die zuletzt von der Polizei als Kontrollpunkt genutzt wurden. "Die Barrikade ist gefährlich", sagte die Sprecherin des Protests. Die Aktivisten hätten in ihrem Lager zwei Feuer entzündet, um sich daran zu wärmen.

Der Protest gegen die Erdölpipeline hält seit Wochen an. Zuletzt hatte die Polizei ein Camp der Umweltschützer geräumt. Laut Angaben der Demonstranten wurden bisher rund 400 Menschen festgenommen.

Die Aktivisten wollen den Bau der Pipeline verhindern, die durch North und South Dakota sowie Iowa nach Illinois verlaufen soll. Umweltschützer und die indigene Bevölkerung von der Gruppe der Sioux befürchten, dass das Projekt das Trinkwasser im Standing-Rock-Reservat verunreinigen und heilige Stätten beeinträchtigen wird. Die Pipeline ist fast fertiggestellt. Allerdings fehlt noch eine wichtige Bohrung unter einem Fluss hindurch. Laut den Umweltschützern werden dadurch Millionen Menschen gefährdet, die flussabwärts leben.