Die zweite Nacht in Folge ist es zu Bränden im Flüchtlingslager Souda auf der Ägäisinsel Chios gekommen. Aufgebrachte Bewohner der Insel warfen von außen Brandsätze auf die Zelte, nachdem am Vorabend Migranten Feuer gelegt hatten. Das berichtete der Fernsehsender Skai.

Am Mittwochabend hatten Geflüchtete ein Geschäft mit Feuerwerkskörpern geplündert und auf das Lager gefeuert. Dabei wurden auch Häuser in der Nachbarschaft getroffen, Bewohner seien in Panik geraten. Die Polizei konnte 37 Menschen festnehmen. Freiwillige, die in dem Camp arbeiten, berichteten, dass die Ausschreitungen von einer rechten Gruppe provoziert wurden.

Der Bürgermeister von Chios, Manolis Vournous, hat den griechischen Migrationsminister Ioannis Mouzalas gebeten, das Auffanglager in den nächsten 24 Stunden zu schließen. In dem Camp leben derzeit etwa 2.300 Menschen.

Für die Flüchtlinge und Migranten auf der Insel gibt es jedoch keine alternativen Unterbringungsmöglichkeiten, berichtete die Athener Tageszeitung Kathimerini. Zwar stünden Gelder dafür bereit, doch die Bewohner wehren sich gegen den Bau eines neuen Aufnahmezentrums. Sie fordern, dass die Flüchtlinge aufs Festland gebracht werden. Durch das Flüchtlingspaket der EU mit der Türkei ist das aber nicht möglich. Die Menschen müssen auf den Inseln bleiben, bis ihre Asylanträge bearbeitet wurden. Wird kein Asyl gewährt, sollen sie zurück in die Türkei geschickt werden.

Migrationsminister Mouzalas will den Berichten zufolge in Brüssel nochmals um personelle Unterstützung bitten. Die Asylanträge sollen schneller bearbeitet werden, damit sich die Lage auf den Ägäisinseln entspannt. Momentan sitzen dort fast 16.000 Geflüchtete fest, die Kapazitäten der Auffanglager sind stark überlastet.