Griechenland - Ausschreitungen nach Demonstrationen In mehreren griechischen Städten kam es am Donnerstag zu Konfrontationen zwischen Polizei und Autonomen. Die Demonstranten hatten an die Studentenproteste von 1973 erinnert. © Foto: Alkis Konstantinidis/Reuters

In Griechenland ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und der Polizei gekommen. Neben einem friedlichen Demonstrationszug in Athen, den die Universität organisiert hatte, kam es in einem anderen Stadtteil zu Straßenschlachten. Auch eine griechische Flagge wurde verbrannt. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten gegen die Randalierer ein. Fernsehbilder des griechischen Senders Skai zeigten am Abend Bilder von Vermummte, die Brandsätze, Steine und andere Wurfgeschosse auf die Polizisten warfen.

Anlass der Demonstrationen im ganzen Land war der Gedenktag an die blutige Niederschlagung von Studentenprotesten durch die griechische Militärdiktatur 1973. Damals hatte das Militär einen Panzer zur Polytechnischen Hochschule geschickt, mehrere Menschen starben bei dem Einsatz. Über die genaue Zahl der Todesopfer sind sich Historiker heute uneinig.

In Athen nahmen etwa 17.000 Menschen an den Kundgebungen teil. Unter ihnen waren auch etwa 1.000 Mitglieder der regierenden Syriza-Partei. Laut Polizei wurden sie von einigen Demonstranten mit Abfall beworfen. Insgesamt sei die Lage jedoch ruhig geblieben. 7.000 Polizisten waren in Athen im Einsatz – 2.000 mehr als beim Besuch des US-Präsidenten Barack Obama am Vortag.

Auch in Thessaloniki gab es Ausschreitungen bei den Gedenkfeiern. Randalierer bewarfen Polizisten mit Benzinbomben und verbrannten eine Flagge der USA vor dem US-Konsulat.

Bereits beim Besuch Obamas am Dienstag hatte es in Athen schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten gegeben. Auch mehr als vier Jahrzehnte nach dem Ende der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 gibt es in Griechenland starke antiamerikanische Ressentiments. Viele haben den USA die Unterstützung für das Militärregime auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht verziehen.