Bei dem Zugunglück im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh sind 145 Menschen getötet worden. Außerdem habe es 226 Verletzte gegeben, teilte die Polizei mit. Die Suche nach Toten und Verletzten wurde am Montagmorgen beendet. Rettungsdienste, Soldaten und Mitarbeiter des Katastrophenschutzes hatten die ganze Nacht gearbeitet, um Eingeschlossene aus den Trümmern zu befreien.

Die Unglücksursache war noch unklar. Bahnminister Suresh Prabhu kündete eine umfassende Untersuchung des Unfalls an. "Wir werden so hart wie möglich gegen diejenigen vorgehen, die für den Unfall verantwortlich sind", sagte er. Medien berichteten von einer defekten Schiene. Auch die Regierung in Neu-Delhi kündigte an, selbst zu ermitteln.

Der Fernzug war am frühen Sonntagmorgen in der Nähe des Dorfes Pukhrayan im Bundesstaat Uttar Pradesh im Norden des Landes entgleist. Mindestens 14 der 23 Waggons waren aus den Gleisen gesprungen. Mehrere Wagen verkeilten sich ineinander und stürzten um. Bis zu 2.500 Passagiere waren laut Angaben der Bahn zu diesem Zeitpunkt in dem Zug. Aus dem Bahnministerium hieß es, dass marode Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten.

Dutzende Menschen trugen ihr Gepäck zu Fuß über leer stehende Felder, um die zum Abtransport bereitgestellten Busse zu erreichen. "Wir wachten plötzlich auf, als der Zug mit einem heftigen Ruck und lautem Quietschen zum Stehen kam", sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender NTDT. "Wir schafften es, auszusteigen, und sahen überall auf den Gleisen Teile der Achsen und Räder verteilt."

Der Indore-Patna-Express verkehrt zwischen Indore im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh und Patna im östlichen Bundesstaat Bihar. Er verunglückte etwa auf der Hälfte seiner mehr als 1.400 Kilometer langen Strecke durch Nordindien, für die er laut Fahrplan 27 Stunden Reisezeit braucht. Regulär hat der Zug 21 Waggons und fasst deutlich mehr als 1.000 Passagiere. Das Unglück ereignete sich nach Polizeiangaben rund 50 Kilometer südwestlich von Lucknow, der Hauptstadt von Uttar Pradesh.

Auf Indiens riesigem Streckennetz kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Mehrere Millionen Menschen fahren täglich mit dem Zug. Im März vergangenen Jahres waren bei einem Zugunglück in Uttar Pradesh 30 Menschen gestorben, als ebenfalls ein Schnellzug entgleiste. Die indische Regierung will die Bahn mit Investitionen in Milliardenhöhe sicherer und wirtschaftlicher machen.

Indien - Zahl der Toten nach Zugunglück steigt Bei dem Zugunglück im Norden des Landes ist die Zahl der Toten gestiegen. Der Zug war auf dem Weg in die zentralindische Stadt Indore, als er südlich von Kanpur aus den Schienen sprang. © Foto: Jitendra Prakash / Reuters