Japan - Nur geringe Schäden nach Erdbeben Größere Schäden hat es durch das Erdbeben mit einer Stärke von 7,4 vor der Küste Fukushimas in Japan nicht gegeben. Mehrere kleinere Flutwellen wurden gesichtet, eine Tsunamiwarnung wurde aber aufgehoben. © Foto: Kim Kyung Hoon/Reuters

Nach dem neuen starken Erdbeben in Nordjapan haben die Behörden die Tsunamiwarnung aufgehoben. Der japanische Wetterdienst hatte zuvor vor Flutwellen mit einer Höhe von bis zu drei Metern in den Präfekturen Fukushima und Miyagi gewarnt. Anwohner wurden aufgerufen, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Stunden nach dem Beben der Stärke 7,4 wurden erste Tsunamiwellen registriert. Die höchste Flutwelle an der Bucht von Sendai war 1,4 Meter hoch.

Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von zehn Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas. Die Regierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Auch in der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt des Landes gerieten Häuser ins Wanken. Nach Behördenangaben wurden sechs Menschen leicht verletzt.

Die Verbindungen des Schnellzugs Shinkansen wurden vorübergehend eingestellt, auch der Flughafen Sendai bei Fukushima stellte den Betrieb ein. Nach Angaben des TV-Senders NHK kam es zu einem Nachbeben der Stärke 3,9. Die nationale Wetterbehörde warnte auch für die nächsten Tage vor weiteren Nachbeben.

Betreiber meldet keine neuen Schäden an Atomruine Fukushima

Im Atomkraftwerk Fukushima Daini war vorübergehend die Kühlung eines Abklingbeckens ausgefallen, wie es hieß. Es befindet sich etwa zwölf Kilometer von der Atomruine Fukushima Daiichi entfernt, wo es bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor fünfeinhalb Jahren zu einem Gau gekommen war. In der Atomruine selbst habe es keine weiteren Schäden gegeben, teilte der Atombetreiber Tepco mit. Auch in dem in der Nachbarprovinz Miyagi gelegenen Atomkraftwerk Onagawa seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, hieß es. Kabinettsminister Yoshihide Suga bestätigte die Angaben des AKW-Betreibers.

Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Im Frühjahr war erst der Süden Japans getroffen worden. Dabei hatte es Tote und schwere Schäden gegeben. Besonders die Region im Nordosten des Landes war im März 2011 von einem schweren Erdbeben und einem Tsunami heimgesucht worden. Dabei starben mehr als 18.000 Menschen.

Kurz erklärt - Wie ein Tsunami entsteht Tsunamis entstehen durch plötzliche Bewegungen des Meeresbodens. Bei großer Wassertiefe sind die Wellen nur wenige Zentimeter hoch, aber rasend schnell. An den flachen Küsten können sie auf bis zu 30 Meter Höhe anwachsen.