Das Londoner Strafgericht hat im Fall der ermordeten Labour-Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox einen 53-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die zwölf Geschworenen einigten sich bereits nach zweistündiger Beratung. Der Mann habe wegen der besonderen Schwere der Tat keine Chance auf eine vorzeitige Freilassung, hieß es.

Cox war während einer Bürgersprechstunde in ihrem Wahlkreis in der Nähe von Leeds attackiert worden. Der Angreifer rief "Britain first", gab mehrere Schüsse ab und stach auf sein Opfer ein. Ein 77-Jähriger, der Cox zu Hilfe kommen wollte, wurde schwer verletzt. Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord an Cox vorübergehend ausgesetzt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Täter Thomas M. vorgeworfen, ein rechtsradikaler Extremist zu sein. Er soll in seiner Wohnung Nazigegenstände gehortet haben. Das Gericht folgte der Einschätzung. Bei einer ersten gerichtlichen Vernehmung sagte der arbeitslose Gärtner auf die Frage, wie er heiße: "Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien." Zu der Tat und seinen Motiven äußerte er sich nicht.

Cox hatte sich im Wahlkampf explizit gegen den Brexit ausgesprochen. Dabei hatte sie sich auch für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt.