Bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien sind nach Behördenangaben 76 Menschen getötet worden. Fünf Insassen der Maschine überlebten das Unglück, wie der Polizeichef von Valle de Aburrá, José Gerardo Acevedo, sagte.* Das Flugzeug mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord war in der Nacht nahe der kolumbianischen Stadt Medellín abgestürzt.

Zwei Verletzte wurden in das Krankenhaus der Ortschaft La Ceja gebracht, wie die Zeitung El Colombiano online berichtete. Dabei handelt es sich um den Fußballspieler Alan Ruschel, Verteidiger des brasilianischen Erstligisten Chapecoense, und eine Stewardess, wie lokale Behörden mitteilten. In der Ortschaft La Unión, 25 Kilometer vom Unglücksort entfernt, würden außerdem zwei Torhüter der Mannschaft behandelt, berichtete das Nachrichtenportal Mi Oriente.

Unter den 81 Menschen an Bord der RJ85-Maschine der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia befand sich das gesamte Fußballteam Chapecoense, das am Mittwoch in Medellín das erste Finale des Vereinswettbewerbs Copa Sudamericana gegen Atlético Medellín bestreiten sollte. Das Spiel wurde nach dem Unglück vom südamerikanischen Verband Conmebol abgesagt. 

Der Bürgermeister von Medellín, Federico Gutiérrez, sprach in einem Radiointerview von einer "Tragödie riesigen Ausmaßes".

Die Piloten des abgestürzten Flugzeuges sollen vor dem Unglück Probleme mit der Elektronik der Maschine gemeldet haben. Das teilte die Flughafenbehörde von Medellín unter Berufung auf den Kontrollturm über Twitter mit.

Polizisten hätten inzwischen die schwer zugängliche Unglücksstelle am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión erreicht. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Ein Rettungshubschrauber der Luftwaffe habe seinen Einsatz abbrechen müssen.

Kolumbien - Flugzeug mit brasilianischem Fußballteam abgestürzt Der zivile Luftverkehrsverband teilte mit, dass die Rettungskräfte dabei seien, Überlebende an der Unglücksstelle im Zentrum des südamerikanischen Landes zu bergen.

Das Flugzeug – ein Kurzstreckenflugzeug vom Typ British Aerospace 146 – war vom Flughafen Santa Cruz de la Sierra in Bolivien unterwegs zum Flughafen José María Córdova de Rionegro in der kolumbianischen Provinz Antioquia in der Nähe der Stadt Medellín. Es sei über dem Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión vom Radar verschwunden, sagte Iván Viera vom Notdienst von Antioquia. Der Flughafen hatte per Twitter mitgeteilt, dass es offenbar Überlebende gebe.

* Die Behörden haben ihre Angaben inzwischen korrigiert. Demnach waren 77 Menschen an Bord des Flugzeugs. Sechs überlebten, 71 wurden getötet.