An der State University im US-Bundesstaat Ohio ist ein Mann in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und danach mit einem Schlachtermesser auf dem Campus auf Passanten losgegangen. Elf Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Der Angreifer wurde binnen kurzer Zeit von einem Polizisten erschossen. Jetzt überprüfen die Ermittler laut eigenen Angaben, ob es ein terroristisches Motiv gegeben haben könnte.

Den Ermittlern zufolge war der Mann 18 Jahre alt und einer der 66.000 Studierenden der Universität. Laut Medienberichten stammt er aus Somalia und hatte einen legalen Aufenthaltsstatus in den USA.

Gegenüber der New York Times sagte ein FBI-Mitarbeiter, die Ermittler überprüften auch Facebook-Nachrichten des Täters, in denen er  die Verfolgung von Moslems beklagte. Laut dem TV-Sender ABC wird zudem ermittelt, ob der Mann eine antiamerikanische und islamistische Botschaft geschrieben hat, die kurz zuvor in einem sozialen Netzwerk aufgetaucht war. 

In den vergangenen Monaten äußerten die US-Behörden die Sorge, dass Extremisten im Internet zu Messer- und Autoattacken aufgerufen hätten. Diese seien einfacher in die Tat umzusetzen als Sprengstoffanschläge.

Die Universität hatte am Morgen auf Twitter vor einem Bewaffneten auf dem Campus in Columbus gewarnt. Die Hochschüler sollten "laufen, sich verstecken, kämpfen", hieß es in der Mitteilung. Die Anordnung ist ein Standardprozedere, wenn Bewaffnete an US-Universitäten für Gefahr sorgen. Sie bedeutet, dass die Betroffenen wegrennen und sich möglichst leise in Sicherheit bringen oder bei unmittelbarer Lebensgefahr als letztes Mittel gegen den Täter vorgehen sollen.

Augenzeugen der Attacke berichteten von chaotischen und dramatischen Szenen. Polizeifahrzeuge und Rettungswagen rückten an, Straßen wurden abgesperrt. Hochschüler verbarrikadierten sich in Büros und Unterrichtsräumen. Nach etwa anderthalb Stunden gab die Polizei dann Entwarnung.