Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag vier Brandsätze auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen geworfen. Ein Molotowcocktail sei auf einer Fläche wenige Meter vor dem ehemaligen Spreehotel abgebrannt, ohne Schaden anzurichten, teilte die Polizei in Görlitz mit. Die beiden anderen hätten gar nicht gezündet.

Einen fünften Brandsatz hätten die vermutlich drei Täter am Zaun der Unterkunft zurückgelassen. Der Anschlag wurde den Angaben zufolge erst am Morgen bemerkt, als der Brandfleck entdeckt wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

Das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) hat die Ermittlungen übernommen. Ein Fährtenhund der Polizei habe die Spur der Täter aufgenommen und bis zu einem nahegelegenen Parkplatz verfolgt. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Hinweise auf mögliche Täter geben können oder im Umfeld der Unterkunft verdächtige Fahrzeuge gesehen haben. Der Vorgang ist den Ermittlern zufolge von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden.

In Bautzen war bereits in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft Feuer gelegt worden. Der Großbrand im Februar hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst, auch weil Schaulustige, die zum Teil alkoholisiert waren, nach Polizeiangaben teilweise "abfällige Bemerkungen" gemacht oder "unverhohlene Freude" gezeigt hätten. Einige wurden zu Jugendstrafen verurteilt. Die Polizei geht auch hier von Brandstiftung aus, konnte bisher aber nicht ermitteln, wer das Feuer gelegt hat.

Zudem kam es in Bautzen immer wieder zu Schlägereien zwischen Asylbewerbern und Rechten. Rechte sollen Flüchtlinge durch die Stadt gehetzt haben.