Die thailändische Militärregierung hat Ermittlungen gegen den britischen Sender BBC aufgenommen. Der Verdacht laute auf Majestätsbeleidigung, sagte ein Sprecher der Regierung. Grund ist ein am vergangenen Dienstag veröffentlichter Artikel in thailändischer Sprache der BBC. Darin wird das Privatleben des neuen Königs Maha Vajiralongkorn beleuchtet, unter anderem seine drei Scheidungen und sein Leben im Ausland. Vajiralongkorn, auch Rama X. genannt, pflegte einen exzessiven Lebensstil als Kronprinz.

Medien in Thailand berichteten darüber jedoch so gut wie nie. Königsbeleidigung ist in Thailand ein Vergehen, das mit zum Teil hohen Strafen belegt wird.

Die BBC äußerte sich noch nicht zu den Vorwürfen, nach Angaben des Korrespondenten Jonathan Head waren aber am Dienstag Polizisten im Büro des Senders.

Der BBC-Artikel, der in Thailand mittlerweile nicht mehr aufgerufen werden kann, verbreitete sich über die sozialen Netzwerke schnell. Als sogenannte Ultramonarchisten darauf aufmerksam wurden, warfen sie dem britischen Sender Majestätsbeleidigung vor. Der prominente Regimekritiker Jatupat Boonpattararaksa wurde bereits am Samstag festgenommen, weil er den Artikel auf Facebook geteilt hatte.

Der 64-jährige König Rama X. tritt die Nachfolge seines Vaters Bhumibol an, der am 13. Oktober im Alter von 88 Jahren verstorben war. Der Tod stürzte das Land in tiefe Trauer. Die thailändische Militärjunta sieht strenge Strafen für Regimekritiker vor, Majestätsbeleidigung wird mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft.  Kritiker werfen der Regierung vor, die Gesetze zur Ausschaltung politischer Gegner zu instrumentalisieren.