Wegen eines für Weihnachten erwarteten schweren Taifuns haben die philippinischen Behörden Hunderttausende Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. "Wir haben heute Morgen eine Empfehlung an die örtlichen Regierungseinheiten geschickt, vorsorglich Evakuierungen vorzunehmen", sagte Rachel Miranda, die Sprecherin des Zivilschutzes in der Region Bicol.

Der Chef des Zivilschutzes in der Provinz Albay in Bicol, Cedric Daep, sagte, dass allein in seiner Provinz mindestens 400.000 Menschen ihre Häuser vorsorglich verlassen müssten. "Unsere Evakuierungszentren werden sie nicht alle beherbergen können." Einige Menschen müssten daher bei Verwandten und Freunden unterkommen.

Der Wetterdienst erwartet, dass der Sturm Nock-Ten am Sonntag auf Catanduanes in Bicol auf Land treffen wird. Catanduanes ist eine abgelegene Insel im Osten des Landes, auf ihr leben 250.000 Menschen. Am Montag soll der Taifun die philippinische Hauptinsel Luzon und damit die Hauptstadt Manila erreichen. Das Taifunwarnzentrum der USA rechnete mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 222 Stundenkilometern.

Fährverbindungen gestrichen

Der philippinische Wetterdienst warnte, der Taifun könne an der Ostküste bis zu zwei Meter hohe Wellen verursachen. Heftiger Regen könne zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen.

Der örtliche Sender ABS-CBN zeigte am Samstag Bilder von langen Fahrzeugschlangen an den Häfen in Bicol, die sich stauten, weil die Fährverbindungen zu den nahe gelegenen Inseln wegen des nahenden Sturms vorsichtshalber gestrichen wurden. Tausende Menschen könnten nun an Weihnachten nicht in ihre Heimatorte zurückkehren, hieß es in dem Bericht.

Die Philippinen werden regelmäßig von heftigen Stürmen heimgesucht. Im Jahresdurchschnitt gibt es rund 20 starke Taifune. Im November 2013 waren beim Supertaifun Haiyan 7.350 Philippiner ums Leben gekommen. Ganze Städte wurden zerstört.