Ein großes Journalistenteam von ZEIT ONLINE und der ZEIT ist mit dem diesjährigen Reporterpreis in der Kategorie "Datenjournalismus" in Berlin ausgezeichnet worden. Die Jury ehrte damit die aufwendige Recherchearbeit zu zahlreichen Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland.

Am Anfang stand eine Frage in der wöchentlichen Redaktionskonferenz der ZEIT: Wie kann es sein, dass fast täglich eine Unterkunft für Flüchtlinge attackiert wird, man aber kaum davon hört, dass Täter verhaftet oder verurteilt werden? Daraus entstanden ist dann eine aufwändige, gemeinsame Recherche der ZEIT und ZEIT ONLINE: Gewalt gegen Flüchtlinge – Es brennt in Deutschland.

Unter der Leitung von Philip Faigle und Götz Hamann taten sich Karsten Polke-Majewski (Koordination Datenrecherche), Paul Blickle, Kai Biermann, Astrid Geisler, Lenz Jacobsen, Anna Kemper, Martin Klingst, Stefan Schirmer, Hannes Soltau, Julian Stahnke, Toralf Staud, Tilman Steffen und Sascha Venohr zusammen, um zu erfahren, wie es sein kann, dass Täter im Jahr 2015 mehr als 200 Mal Flüchtlingsheime angegriffen haben, aber kaum jemand gefasst wurde.

Über Ressort- und Mediengattungsgrenzen hinweg hat das Team acht Wochen lang investigativ und datenjournalistisch recherchiert. Das Ergebnis überraschte in seinem Ausmaß das gesamte Team: In der allergrößten Zahl der Fälle war bis dato noch nicht einmal ein Tatverdächtiger ermittelt. Lediglich in zwölf Fällen hatte die Justiz Anklage erhoben.

Zwei weitere Preise des Reporterforums gingen an DIE ZEIT. In der Kategorie "Beste Reportage" gewannen Malte Henk und Henning Sußebach mit ihrer Reportage "Der Exodus von Tel Goran". Darin beschreiben sie das Schicksal einer syrischen Dorfgemeinschaft. Sie machten sich auf die Suche nach 160 Menschen, die aus ihrem Dorf vor dem IS fliehen mussten.Wohin hat es die Überlebenden verschlagen? Wie bleiben die Familien und Freunde in Verbindung?

In der Kategorie Wissenschaft wurde Nicola Meier für ihr berührendes Stück "Wer rettet Klara?" ausgezeichnet. Darin geht es um den Kampf zweier Eltern um das Leben ihrer vierjährigen Tochter, die an einer seltenen Form von Epilepsie leidet. Ein Medikament dagegen ist in der Entwicklung, aber noch nicht zugelassen.