Die Schweizer Polizei geht nach dem Überfall eines Bewaffneten auf ein Islamisches Zentrum in Zürich nicht von einem rechtsextremistischen oder terroristischen Motiv aus. Das sagte die Chefin der Kriminalpolizei in Zürich, Christiane Lentjes Meili.

Bei der Tat am Montagabend waren drei Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 24-jähriger Schweizer mit ghanaischen Wurzeln, habe Selbstmord begangen. Seine Leiche wurde in der Nähe der Moschee gefunden worden.

Der 24-Jährige war am frühen Abend mit dunkler Kleidung und einer Wollmütze in das Gebetszentrum in der Nähe des Zürcher Bahnhofs gekommen und hatte mehrere Schüsse abgefeuert, wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilte. Die drei Opfer, von denen zwei schwer verletzt worden waren, schweben nach Polizeiangaben mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.

Das Motiv des Mannes ist noch unklar. Der 24-Jährige war der Polizei bisher wegen kleinerer Delikte bekannt. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann am Sonntag auf einem Zürcher Spielplatz einen Mann getötet hat. Das Opfer, ein gleichaltriger Bekannter des Täters, wurde erstochen.

Meili sagte, der Mann habe sich darüber hinaus für Okkultismus interessiert. In seiner Wohnung, in der er allein wohnte, seien entsprechende Gegenstände gefunden worden. Am vergangenen Freitag habe er außerdem seinen Job in einem Geschäft gekündigt.

Ob der Täter psychische Probleme hatte, ist nach Polizeiangaben noch unklar. Für die Schusswaffe, die er bei dem Angriff benutzte, hatte er einen Waffenschein.

Das Islamische Zentrum Zürich wird laut Medienberichten vor allem von Gläubigen aus Nordafrika, Somalia und Eritrea besucht.

Mehreren Moscheen in der Schweiz war in den vergangenen Monaten von den Medien vorgeworfen worden, Gläubige zu radikalisieren. In Schweizer Medien wird der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung von acht Millionen Menschen mit schätzungsweise 450.000 angegeben.