Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hat eine Sicherheitsgarantie für die Feierlichkeiten zum anstehenden Jahreswechsel in der Innenstadt abgegeben. "Ich verspreche Ihnen, dass Sie sich dort am Dom außerordentlich sicher fühlen können", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Dies sei sein oberstes Interesse, "dem dient die Präsenz-Offensive der Kölner Polizei für die Silvesternacht".

Nach Angaben der Polizei werden in der Domstadt zum Jahreswechsel 1.500 Beamte im Einsatz sein – etwa zehn Mal so viele wie vor einem Jahr. 300 der Polizisten werden demnach in Dreierteams Streife laufen und an Leuchtwesten weithin erkennbar sein. Zudem werden Plätze in der Innenstadt besser ausgeleuchtet und mit Videokameras überwacht.

Zusätzlich will die Bundespolizei die Kölner Kollegen unterstützen. Der Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Wolfgang Wurm, kündigte deutlich mehr Kräfte in Bahnhöfen und Zügen in Nordrhein-Westfalen an. Zudem verfüge man über eine Interventionseinheit, die per Hubschrauber an bestimmten Brennpunkten eingeflogen werden kann, um eventuelle Verdächtige besser zu verfolgen.

Nach Angaben von Polizeipräsident Mathies habe man seit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt noch "kleinere Anpassungen" am Sicherheitskonzept vorgenommen. So will die Kölner Polizei Straßensperren in noch mehr Bereichen errichten als ohnehin vorgesehen. "Die letzten zwei Wochen haben uns gezeigt, wie zerbrechlich unsere Sicherheit sein kann", sagte Mathies, der sein Amt im Januar von Wolfgang Albers übernommen hatte.

Das Sicherheitskonzept der Stadt ist vor allem eine Reaktion auf die Ereignisse in der vergangenen Silvesternacht. Damals herrschten rund um den Hauptbahnhof und den Kölner Dom teils chaotische Zustände, nachdem es massenhaft Übergriffe auf weibliche Besucher sowie Raubdelikte gab. So wurden Frauen von Männergruppen eingekesselt und angegriffen; unter den Beschuldigten sollen viele Flüchtlinge gewesen sein. Köln geriet weltweit in die Schlagzeilen.

Soziale Netzwerke kontrollieren

Auch andere deutsche Städte haben ihre Sicherheitsvorgaben für die Silvesternacht nachgebessert. So ist beispielsweise in Berlin der Bereich der sogenannten Festmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule aus Sicherheitsgründen bereits seit Tagen selbst für Fußgänger geschlossen. Taschen, Rucksäcke und Koffer sind während der Veranstaltung verboten. In München und Hamburg wiederum werden mehr Polizisten im Einsatz sein, die Hansestadt setzt zudem auf Sperren mit Betonelementen am Jungfernstieg und den Landungsbrücken.

Unterdessen warnte die CDU in Nordrhein-Westfalen davor, dass sich die Übergriffe der Kölner Silvesternacht in diesem Jahr in anderen Städten wiederholen könnten. "Die Konzentration der Polizeikräfte in Köln könnte an anderen Orten Lücken reißen", sagte Peter Biesenbach, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Kölner Silvesternacht im Landtag, den Ruhr Nachrichten aus Dortmund. Die Polizei müsse deshalb in den sozialen Netzwerken prüfen, "ob Massenverabredungen getroffen werden wie im letzten Jahr für den Hauptbahnhof in Köln", so der CDU-Politiker.