Sechs Jahre nach dem Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner am "Schwarzen Donnerstag" gibt es eine Einigung auf  Entschädigungszahlungen für mehrere schwer verletzte Demonstranten. Nach Angaben von Opfer-Anwalt Frank-Ulrich Mann nahmen vier seiner Mandanten die Angebote des Landes an, unter ihnen der Rentner Dietrich Wagner. Bei dem Wasserwerfereinsatz im September 2010 war er nahezu erblindet, er soll nun 120.000 Euro vom Land Baden-Württemberg erhalten. Insgesamt wurden 160 Demonstranten bei dem Einsatz verletzt. Die Polizei hatte versucht, eine Demonstration gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofes im Stuttgarter Schlossgarten aufzulösen.

Wagner sagte zum Ausgang der Verhandlung, es sei schön, wenn das Ganze befriedet und vorbei sei. Ein Foto, wie er auf Helfer gestützt und mit blutigen Augen den Schlossgarten verlässt, war damals durch die Medien gegangen.

Ein weiterer Mandant akzeptierte nach Angaben des Anwalts eine Entschädigung über 14.500 Euro. Zu den Entschädigungssummen der beiden anderen Verletzten machte er keine Angaben. Seinen Klienten sei es aber auch nicht um viel Geld gegangen, sagte Mann. Sie hätten vor allem gewollt, dass das Land das rechtswidrige Handeln einsehe. Im vergangenen Jahr hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart den Polizeieinsatz als rechtswidrig eingestuft und insbesondere den Wasserwerfereinsatz gegen Demonstranten gerügt.

2015 bat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei allen Verletzten des Polizeieinsatzes um Entschuldigung. Er ist der Nachfolger des CDU-Politikers Stefan Mappus, der zum Zeitpunkt des umstrittenen Polizei-Einsatzes Ministerpräsident von Baden-Württemberg war. Im November 2016 bot das Land einigen Opfern des Polizeieinsatzes Schmerzensgeld an.

Die Landesregierung zeigte sich nun erfreut über die Annahme der Angebote. Dies trage zur Befriedung bei, sagte ein Regierungssprecher.