Kai Diekmann soll eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben. Die Frau habe sich an das Unternehmen gewandt, sagte eine Sprecherin des Springer-Verlages ZEIT ONLINE. Dort sei ihr Vorwurf mithilfe externer Rechtsexperten geprüft und kein strafrechtliches Verhalten festgestellt worden. Mit Einverständnis des Bild-Herausgebers seien die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft mitgeteilt worden. Anschließend habe die Mitarbeiterin Anzeige erstattet.

Der Vorfall habe sich im Anschluss an eine Klausurtagung im Sommer vergangenen Jahres beim Baden in Potsdam ereignet, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Angaben der Mitarbeiterin. Das Magazin hatte den Vorwurf öffentlich gemacht.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte ZEIT ONLINE, dass in der zweiten Jahreshälfte 2016 Anzeige gegen Diekmann erstattet wurde. Ein Ermittlungsverfahren laufe, sagte ein Sprecher. Zum Inhalt und Fortgang des Verfahrens könne nichts gesagt werden.

Diekmann bestreitet den Vorwurf. Sein Anwalt Otmar Kury teilte mit: "Die gegen Herrn Diekmann erhobenen Vorwürfe sind haltlos und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden."

Diekmann hatte vor Kurzem bekannt gegeben, den Springer-Verlag Ende Januar 2017 verlassen zu wollen. Das Ausscheiden habe nichts mit den Vorwürfen zu tun, die Entscheidung sei viel früher gefallen, sagte eine Sprecherin des Konzerns. "Das hat allenfalls den Zeitpunkt beschleunigt."

Diekmann ist seit 30 Jahren für den Konzern tätig. 2001 wurde der gebürtige Ravensburger Chefredakteur der Bild. 2015 gab er den Posten ab und wurde Herausgeber.