Die Einwohnerzahl Deutschlands hat einen neuen Höchststand erreicht. Ende vergangenen Jahres habe sie 82,8 Millionen betragen, schätzt das Statistische Bundesamt. Der Wert übersteigt den bisherigen Rekord vom Jahresende 2002, als gut 82,5 Millionen Menschen in Deutschland lebten.

Die Statistiker führen den Anstieg auf die Zuwanderung zurück. Im vergangenen Jahr seien 750.000 mehr Menschen nach Deutschland gekommen, als weggezogen seien. Der Wert liege unterhalb der Zahl des Vorjahres, als Deutschland 1,1 Millionen Einwohner durch Zuwanderung gewonnen hatte. Im Vergleich zum Jahresende 2015 sei die Einwohnerzahl um 600.000 gestiegen.

Allerdings räumt das Statistikamt ein, dass seine Schätzung in diesem Jahr unsicherer sei als in den vergangenen. Das liege daran, dass die Bevölkerungsstatistiken auf ein neues Aufbereitungsverfahren umgestellt würden und deshalb ein Großteil der üblicherweise verwendeten Angaben noch nicht vorliege. Deshalb werde sich die Veröffentlichung endgültiger Ergebnisse verzögern.

Ohne die Zuwanderung wäre die Einwohnerzahl gesunken, denn 2016 seien weniger Kinder geboren worden als Menschen gestorben. Das sogenannte Geburtendefizit habe zwischen 150.000 und 190.000 gelegen. Insgesamt habe es zwischen 730.000 und 770.000 Geburten und bis zu 940.000 Sterbefälle gegeben. Seit mehr als 30 Jahren sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen als geboren werden.

Dafür stieg die Zuwanderung ab 2011 deutlich an. Damals ging die siebenjährige Übergangsfrist für die Arbeitnehmerfreizügigkeit nach der Osterweiterung der EU von 2004 zu Ende. In der Folge kamen vor allem viele Polen nach Deutschland, um Arbeit zu suchen. Deshalb steigt die gesamte Einwohnerzahl seit 2012 an, in den vergangenen Jahren aber dann hauptsächlich aufgrund der großen Anzahl Geflüchteter aus Syrien oder afrikanischen Ländern.