Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat in elf Bundesländern die Wohnungen von Verdächtigen durchsucht, die bei einem ungarischen Internetshop Waffen gekauft haben sollen, die in Deutschland verboten sind. Wegen des Verdachts des unerlaubten Erwerbs und Besitzes von Schusswaffen wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.

Bei den 29 Verdächtigen wurden nach Aussage der Ermittler diverse der Waffen und die dazu gehörende Munition gefunden. Außerdem wurden Datenträger sichergestellt.

Die Waffen werden mit Platzpatronen geladen, verschießen aber Hartgummikugeln, die schwere Verletzungen verursachen und sogar Menschen töten können. In Ungarn dürfen diese Waffen von Erwachsenen legal erworben werden, in Deutschland jedoch gelten sie als Schusswaffen und sind verboten.

Mindestens 198 Käufer

Die Staatsanwaltschaft nannte den Internetshop nicht namentlich, doch deutet alles darauf hin, dass es sich dabei um die Website handelt, die unter dem zynischen Namen "Migrantenschreck" firmiert. Sie ist seit Anfang 2016 aktiv und die Razzien sind die ersten bei Käufern in Deutschland. In Konstanz war ein Verfahren allein aufgrund einer Überweisung an die Website eröffnet worden. Waffen wurden dabei nicht sichergestellt.

ZEIT ONLINE hatte im Dezember ausführlich über diesen Waffenhändler und seine deutschen Kunden berichtet. Demnach haben mindestens 198 Menschen bei der Website eine oder gar mehrere dieser Waffen bestellt und auch erhalten. Die Durchsuchungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft sind daher wohl nur ein Anfang.

Die Waffenkäufer

An diese Orte wurden seit Mai 2016 Waffen geliefert. Jede Waffe steht für eine Bestellung. Wir zeigen nicht die konkrete Adresse, sondern lediglich den Postleitzahlbereich. Klicken Sie auf eines der Symbole, um weitere Details der einzelnen Bestellungen zu sehen.

Die Website wird von einem Deutschen betrieben. Das Impressum weist einen Mario Rönsch als Inhaber der Firma aus. Er kauft die Waffen legal in Ungarn und verkauft sie dann über das Internet und schickt sie per Post auch nach Deutschland.

Der Import dieser Waffen nach Deutschland ist verboten, genau wie der Versand innerhalb Deutschlands. Ein Verstoß dagegen wird als illegaler Waffenhandel gewertet. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft machte keine Angaben zu Ermittlungen gegen Betreiber der Seite.